Wer den neuen
Internet Explorer Version 7 installiert hat, öffnet seine Türen für Angreifer.
Auf Windows Rechnern ist es dann möglich, schadhaften Code auszuführen.
Wie bereits gestern
berichtet , wurden beim allmonatlichen Patch-Day wieder sechs schwerwiegende
Sicherheitslücken geschlossen. Mit leicht ironischem Unterton wurde darauf
hingewiesen, daß schon kurz nach dem Patch-Day neue Security-Lecks auftauchen
könnten. Und tatsächlich.
Über eine
manipulierte URL kann Schadcode in beliebiger Art und Weise ausgeführt und
damit die Kontrolle über das gesamte System erlangt werden. Toller Patch-Day.
Eine Lösung von Microsoft gibt es bisher nicht, obwohl das Problem schon
mindestens seit Anfang September bekannt ist.
Erst durch die
Installation des Internet Explorer 7 sollen die Tore für Angreifer geöffnet
worden sein. Es ist aber möglicherweise nicht der Browser alleine. Die
Komponente, die das Zusammenspiel von Browser und Betriebssystem steuert, wurde
möglicherweise durch die Installation des IE7 so verändert, daß die Sicherheit
nicht mehr gewährleistet ist. Weil auch andere Anwendungen diese Komponente
sozusagen als Interface zu Windows nutzen, kann der Schadcode auch ins System
eindringen wenn man auf die Verwendung des Microsoft Browsers verzichtet. So
sind auch der Adobe Reader und Acrobat, sowie Outlook mögliche Einschleußer für
Schadcode. Aber eben nur, wenn man den neuen Browser installiert hat.
Internet Explorer
ohne WGA
Bisher wurde beim
Download des IE7 immer eine WGA-Überprüfung durchgeführt. Es wurde also
überprüft, ob man auch ein legales Windows benutzt. Seit kurzem verzichtet
Microsoft nun auf diese Prüfung. Dem Benutzer eines legalen Windows will man so
den Zugang zum neuen Browser vereinfachen???
Der Benutzer einer illegalen Version soll ebenso an Sicherheitsupdates
des Browsers teilhaben und so sich und andere User nicht gefährden??? Ein
Schelm, wer böses dabei denkt.
Unter Windows Vista
soll ein Sicherheitsproblem übrigens nicht vorhanden sein. Aber auf Windows
Vista zu wechseln ist wohl auch nicht gerade der Weisheit letzter Schluss, denn
damit könnte man sich eine ganze Menge anderer Probleme einhandeln.
Es wäre
wünschenswert, wenn Microsoft seinen Browser künftig nicht so stark in das
Betriebssystem verankern würde. Zum einen wären Sicherheitslücken besser zu
stopfen, oder würden in diesem Umfang erst gar nicht auftreten. Zum anderen
wäre eine gesündere Konkurrenz der verschiedenen Browser Entwickler möglich.
Für den Anwender wäre das nur gut. Aber will Microsoft sein hart erarbeitetes
Monopol aufgeben?
Trotz der immer
wiederkehrenden Probleme, ist Windows ein sehr gutes Betriebssystem. Auch den
Internet Explorer kann man nicht generell verteufeln, auch wenn andere Browser deutlich mehr zu bieten haben. Durch die immense
Verbreitung von Windows und seinem intern verankerten Browser, ist der
böswillige Angriff darauf eben auch weit verbreitet.
Alternative Browser
sind übrigens hier im Downloadbereich verfügbar.