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DSL für alle

Während die einen schon mit 25 Mbit/s und mehr durch die Welt surfen, ist es für die anderen ein nerviges Geduldsspiel über analog Modem.

Wie sieht es denn eigentlich aus in Deutschland, mit der Verfügbarkeit für Breitband-DSL und wie schlägt sich unser Land im Vergleich zu anderen Staaten?

Überall eine gute Internetanbindung sollte das Ziel sein.

Herr Krause aus Ortschaft A, surft mit ISDN. Dies tut er aber nur, wenn es unbedingt nötig ist. Einerseits, weil jede Einwahl viel Geld kostet. Nix mit Flatrate. Andererseits nervt ihn der oft minutenlange Aufbau einer Internetseite. Also beschränkt sich Herr Krause auf eine geringe Auswahl an weniger aufwändigen Seiten. Klar hätte ihn auch mal eine Seite mit Photoshop-Tutorials interessiert. Aber da kann er sich jedesmal erst einen Kaffee aufbrühen, bis die Seite geladen wurde. Weil die meisten Tutorials auf mehreren Seiten verteilt sind, geht Herr Krause nach dem umblättern immer erst mal eine rauchen. Schon oft hat er sich gedacht, er hört auf zu rauchen und investiert das gesparte Geld in einen schnellen Breitband-Anschluss. Beim Denken aber blieb es. Denn so ein Anschluss ist für Ortschaft A nicht jetzt und nicht in Zukunft vorgesehen. Was aber für Ortschaft A vorgesehen ist, ist die DSL-Werbung für Flatrate 16000 mit Voice over IP und alles was den Mund so richtig schön wässrig macht.

Da hat es Egon Schmidt schon besser. Er bekommt zwar auch die Werbung, wohnt jedoch ganze 3 Kilometer von Herrn Krause entfernt und kann das gejammere von lahmen Internet-Anschlüssen gar nicht verstehen. Schliesslich surft Herr Schmidt schon seit geraumer Zeit mit DSL 16.000 und telefoniert auch über DSL. Naja, ein wenig unzufrieden ist er schon. Man könnte ja auch mit einer 50.000er Leitung surfen und vielleicht auch darüber fernsehen. Ja, in manchen Ländern gehört dies schon länger zum Alltag.

Natürlich sind unsere zwei Herren hier ein fiktives Beispiel. Dennoch tritt genau diese Situation immer noch sehr oft ein. Also in 3 Kilometer oder 5 Kilometer Entfernung surft einer mit Highspeed, während der andere mit ISDN oder immerhin schon mit DSL-light (256 kbit/s) das World Wide Web besuchen darf. Warum ist das so und warum ändert das niemand?

Die Verkabelung liegt in den Händen der Deutschen Telekom. Auch andere Anbieter haben inzwischen eigene Netze verlegt, oder gekauft. Allen gemeinsam ist: "Sie sind alle kommerzielle Anbieter". Ein kommerzieller Anbieter will, ja muss sogar Geld verdienen, sonst gibt es ihn nicht lange. Also werden die Netzbetreiber den Teufel tun und irgendwo ein Kabel verlegen, wenn es sich nicht auch entsprechend lohnt. Ortschaft A, sie wissen schon, da wo Herr Krause wohnt, hat nunmal nur 1000 Einwohner. Es ist also ein Kaff. Da würde es ja möglicherweise 3 Jahre dauern, bis sich die Kosten für eine Kabelverlegung amortisiert haben. Also bei den Netzbetreibern anzusetzen und hoffen dass diese freiwillig etwas tun, ist verlorene Liebesmüh. Aber was kann man dann noch tun?

Möglichkeiten gibt es da leider nicht sehr viele. Entweder die halbe, oder besser die ganze Ortschaft zeigt ein überdurchschnittliches Maß an Eigeninitiative, also selber baggern und schaufeln und möglichst auch noch die Leitung selbst zahlen, oder die Politik regelt das. Die Politik regelt das aber wohl auch nur, wenn die Eigeninitiative von der Mehrheit des Volkes ausgeht. Will heißen, die Politik muss wie eigentlich immer, zu einem Gesetzesentwurf gedrängt werden. Dumm nur, wenn die Mehrheit schon perfektes Internet hat. Aber dem ist nicht so. Sollte man also sagen, dem ist glücklicherweise nicht so? Jetzt muss man aber auch noch hoffen, dass die Mehrheit auch unzufrieden mit der augenblicklichen Situation ist. Wenn dann alle auf die Barrikaden gehen, tut sich vielleicht etwas. Das sich so ein Volksbegehren aber länger hinziehen kann (Jahre), sollte schon jedem klar sein. Ortschaft A hat es dann vielleicht geschafft und bekommt DSL 6000. Ortschaft B hat inzwischen aber längst DSL 100000. Oder DSL ist längst out, alles ist denkbar.

Auf jeden Fall ist es schon traurig, wie Deutschland als eine der führenden Wirtschaftsnationen in einem solch wichtigen Punkt von anderen auch kleineren Ländern total abgehängt wird. So wird ein Däne diese Sorgen kaum nachvollziehen können, auch wenn er in so einem Kaff wohnt wie unser Herr Krause.

Hier mal ein paar Statistiken, um ein besseres Verständnis für die Gesamtsituation zu bekommen. Die Daten stammen übrigens von Eurostat eurostat

Internet Zugansdichte der Haushalte 

Die Werte sind in Prozent angegeben. 

    2002 2003 2004 2005 2006 2007
EU (27 Länder)   : : 40 48 49 54
EU (25 Länder)   : : 42 48 51 56
EU (15 Länder)   39 43 45 53 54 59
Eurozone   36 40 43 50 51 56
Belgien   : : : 50 54 60
Bulgarien   : : 10 : 17 19
Tschechische Republik   : 15 19 19 29 35
Dänemark   56 64 69 75 79 78
Deutschland   46 54 60 62 67 71
Estland   : : 31 39 46 53
Irland   : 36 40 47 50 57
Griechenland   12 16 17 22 23 25
Spanien   : 28 34 36 39 45
Frankreich   23 31 34 : 41 49
Italien   34 32 34 39 40 43
Zypern   24 29 53 32 37 39
Lettland   3 : 15 31 42 51
Litauen   4 6 12 16 35 44
Luxemburg   40 45 59 65 70 75
Ungarn   : : 14 22 32 38
Niederlande   58 61 : 78 80 83
Österreich   33 37 45 47 52 60
Polen   11 14 26 30 36 41
Portugal   15 22 26 31 35 40
Rumänien   : : 6 : 14 22
Slowenien   : : 47 48 54 58
Slowakei   : : 23 23 27 46
Finnland   44 47 51 54 65 69
Schweden   : : : 73 77 79
Vereinigtes Königreich   50 55 56 60 63 67
Kroatien   : : : : : :
Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik   : : 11 : 14 :
Türkei   : : 7 8 : :
Island   : : 81 84 83 84
Norwegen   : 60 60 64 69 78
Vereinigte Staaten   : 55 : : : :
Japan   49 54 56 57 : :
Kanada   51 55 60 61 : :
 

Der Anteil der Haushalte mit Breitbandzugang

    2003 2004 2005 2006 2007
EU (27 Länder)   : 14 23 30 42
EU (25 Länder)   : 14 23 32 43
EU (15 Länder)   : : 25 34 46
Eurozone   : : 23 31 42
Belgien   : : 41 48 56
Bulgarien   : 4 : 10 15
Tschechische Republik   1 4 5 17 28
Dänemark   25 36 51 63 70
Deutschland   9 18 23 34 50
Estland   : 20 30 37 48
Irland   1 3 7 13 31
Griechenland   1 0 1 4 7
Spanien   : 15 21 29 39
Frankreich   : : : 30 43
Italien   : : 13 16 25
Zypern   : 2 4 12 20
Lettland   : 5 14 23 32
Litauen   2 4 12 19 34
Luxemburg   7 16 33 44 58
Ungarn   : 6 11 22 33
Niederlande   20 : 54 66 74
Österreich   10 16 23 33 46
Polen   : 8 16 22 30
Portugal   8 12 20 24 30
Rumänien   : : : 5 8
Slowenien   : 10 19 34 44
Slowakei   : 4 7 11 27
Finnland   12 21 36 53 60
Schweden   : : 40 51 67
Vereinigtes Königreich   11 16 32 44 57
Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik   : : : 1 :
Türkei   : 0 2 : :
Island   : 45 63 72 76
Norwegen   23 30 41 57 67
Schweiz   11 : : : :
Vereinigte Staaten   20 : : : :
Kanada   36 : : : :
 

Grad der Versorgung mit Breitband Anschlüssen

    2002 2003 2004 2005 2006
EU (25 Länder)   : : 6.5 10.6 14.8
EU (15 Länder)   2.3 4.5 7.6 12.0 16.5
Belgien   6.7 10.1 14.0 17.4 20.7
Bulgarien   : : : : :
Tschechische Republik   : : 0.7 4.3 8.4
Dänemark   7.4 10.4 15.6 22.0 29.6
Deutschland   3.2 4.8 6.7 10.2 15.3
Estland   : : 7.6 11.1 16.6
Irland   0.0 0.2 1.7 4.4 8.8
Griechenland   0.0 0.0 0.2 0.8 2.7
Spanien   2.0 4.3 6.7 10.0 13.2
Frankreich   1.2 4.0 8.2 13.9 18.0
Italien   1.0 2.8 6.1 9.5 13.1
Zypern   : : 2.0 2.7 6.6
Lettland   : : 1.5 3.7 6.8
Litauen   : : 2.5 5.0 8.4
Luxemburg   0.0 2.3 5.7 11.7 17.4
Ungarn   : : 2.2 4.5 7.5
Malta   : : 3.5 10.4 12.8
Niederlande   6.3 9.8 14.7 22.4 29.0
Österreich   4.7 6.6 8.7 11.6 15.8
Polen   : : 0.5 1.9 3.9
Portugal   1.5 3.6 6.4 10.1 12.9
Rumänien   : : : : :
Slowenien   : : 3.8 7.8 11.4
Slowakei   : : 0.4 1.5 4.0
Finnland   3.0 6.6 11.0 18.7 24.9
Schweden   4.6 8.6 12.1 17.1 22.9
Vereinigtes Königreich   1.6 3.7 7.4 13.5 19.2
Kroatien   : : : : :
Türkei   : : : : :
Vereinigte Staaten   : : : : :
Japan   : : :

Bei der Versorgung mit Breitband Anschlüssen liegen wir also ungefähr im EU-Durchschnitt. Abgehängt werden wir dabei von so riesigen Ländern wie Luxemburg, Estland und Dänemark oder die Niederlande. Achja, eine Möglichkeit haben wir noch nicht angesprochen. Herr Krause könnte auswandern und nach Ortschaft B ziehen. Wenn Herr Krause alle seine Freunde und Bekannten mitnimmt, wird es Ortschaft A bald nicht mehr geben. Das wird zwar Herrn Schmidt aus Ortschaft B nicht so gut gefallen. Der hat jetzt schon die Faxen Dick mit den ganzen Bauernköpfen, aber so könnte man wieder mehr landwirtschaftliche Nutzfläche gewinnen.  Wir leben in einer globalen Gesellschaft. Wer braucht da noch Dörfer mit 1000 Einwohnern?
Es hat halt alles auch seine Vorteile. Man muss es nur von der richtigen Seite aus sehen, oder?

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Kommentare  
2 :-)Der_Robert 2008-02-08 01:13
Sehr geile Seite! Ist zwar lustig geschrieben, aber der Inhalt stimmt zu 100%. Ich wohne hier auf einem Kaff mit 150 Einwohnern und kriege DSL 384 (...). Eine Änderung ist in "absehbarer Zeit" nicht zu erwarten. Mit UMTS/HSDPA erreicht man immerhin schon ca 1000kbit/s bei 100 Std im Monat für knapp 30 Euro.

Nach den 100 Std wirds jedoch teuer. Also hat man einen 384er Anschluss für's normale Nutzen und einen HSDPA Anschluss für Spiele bzw. Livestreams.

Kurioserweise zahlt man für DSL 384 genauso viel wie für eine 1000er Leitung. Dies ist laut DTAG vertraglich geregelt. Was passiert mit dem Geld, was man monatlich an die DTAG zahlt? Sie verbessern ihre Leitungen in der Stadt. Während Glasfaserkabel Standard sein sollten, knarzt und kracht es in ländlichen Leitungen.

MfG
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1 KöstlichEbe 2007-12-09 23:07
:grin Haha, köstlich der Artikel. Leider haben immer noch viele das Problem mit Breitband. Das ist dann leider gar nicht zum lachen.

Gruß aus dem gut versorgten Köln
Ebe
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