Internet Tutorials

Folge uns auf Twitter

Folge uns auf Twitter

Es lohnt sich, Ahadesign aufTwitterzu folgen, um keine Neuigkeiten zu Bildbearbeitung, Webdesign Tutorials, Reviews, Testberichte, News, Downloads und Verlosungen zu verpassen. Wer Twitter nicht mag oder eine zusätzliche Möglichkeit sucht, um immer auf dem neuesten Stand zu sein, kann auch gerne denAhadesign-RSS-Feedkostenfrei abonnieren.

SeedingUp | Digital Content Marketing


Konkurrenzfähige Analyse für Produkt-Designer!

Ahadesign Tutorials

analyseEs ist nicht einfach, ein Design für ein neues Produkt zu erstellen, welches dann wirklich gut auf dem Markt und im Internet funktioniert. Die Vorteile gegenüber anderen auf dem Markt befindlichen Produkte müssen hervortreten. Wie also erkennt man einen Wettbewerbsvorteil? Man betreibt eine effektive Konkurrenz-Analyse. Das bedeuted, man identifiziert die Wettbewerber und überprüft deren Strategien, um einen Vergleich über die Stärken und Schwächen zum eigenen Produkt oder Service zu haben.

Problem definieren und Produkte des Mittbewerbers zur Analyse finden!

schach

Bildquelle: Toptal.com

Nachfolgende Ausführungen stammen vom Designer Chandan Mishra. Der Artikel wurde im Original bei Toptal.com veröffentlicht und wird in partnerschaftlicher Kooperation hier dem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht.

Funktioniert das eigene Angebot nicht wie erwünscht, besteht der erste Schritt aus Nachforschungen über Produkte und Dienstleistungen, welche die Zielgruppe momentan bevorzugt. Ist ein gleichartiges Produkt oder Dienstleistung verfügbar? Werden alternative Lösungen genutzt, die gut genug, aber nicht perfekt sind?

Anhand der drei bis fünf stärksten Konkurrenten sollte man herausfinden, was diese richtig bzw. besser machen. Wie gut ist das Service-Design oder Produkt mit seiner UX bzw. Benutzererfahrung? Typischerweise ist es immer das Gesamt-Erlebnis mit einem Service, welches einen Wettbewerbsvorteil bringt, der weit über die Funktionalität eines Produkts hinausgeht.

Hat man die Konkurrenten herausgefunden, sollten diese in einer Tabelle organisiert werden.

konkurrenten-tabelle

Bildquelle: Toptal.com

Folgendes beinhaltet eine typische Tabelle mit Konkurrenten:

  • Name des Konkurrenten
  • URL des Konkurrenten
  • Die Anzahl der Anwender/Downloads, hauptsächlich um die Effektivität der Plattform herauszufinden
  • Die Anzahl der Jahre, wielange die Plattform oder das Produkt verwendet wird. (Optional)
  • Die Hauptmerkmale der Konkurrenzprodukte
  • Die Kosten von Dienstleistung bzw. Produkt
  • Zusätzliche Anmerkungen

 

Für den Ablauf einer Konkurrenzanalyse sind außerdem die nachfolgenden fünf Schritte sehr hilfreich:

1. Nachforschen und Verstehen des Wettbewerbs

Jede Firma und jedes Produkt bieten sich an, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Konsequenterweise wird der Markt in beträchtlichem Umfang von potenziellen Kunden durchforstet. Nur diejenigen Firmen, welche ihre Angebote zu Dienstleistungen und Produkten ständig verfeinern und verbessern, sind erfolgreich und bleiben das auch. Damit bieten deren Produkte eine gute UX, also Benutzererfahrung.

Man sollte zu der Erkenntnis gelangen, dass Wettbewerb äußerst hilfreich für eine bessere Design-Strategie bezüglich des Produkts und des Kunden ist. Eine gute Analyse des Wettbewerbs kann durch drei Fragestellungen erreicht werden: Das Warum, das Was und das Wie, bezüglich des Konkurrenzprodukts.

konkurrenz-verstehen

Bildquelle: Toptal.com

Warum existiert das Problem auf dem Markt? Warum machen Konkurrenten es auf diese ihre Art? Warum vertrauen die Kunden dem Produkt des Mitbewerbers? Warum zählt ein gewisses Produkt zu den besten 3 oder 5 Lösungen auf dem Markt? Interessant in diesem Zusammenhang ist der englische Artikel Ask the Five Whys, welcher eine bereits vor über 80 Jahren entwickelte Technik eines der Begründer der japanischen industriellen Revolution beschreibt. Es handelt sich um eine einfache aber effektive Strategie, um den Kern des Problems zu finden.

Solche Fragen zu stellen helfen, die Gründe für den Erfolg von Mitbewerbern zu finden.

Aus was bestehen die optimalen Lösungen der Mitbewerber, die sie den Endkunden bieten? Was genau ist die Art des Problems, welches sie lösen? Was sind die Schritte, die sie gehen, um Lösungen anzubieten und welche Plattformen bzw. Geräte werden für die Interaktion mit dem Endbenutzer verwendet?

Mit diesen Fragen lässt sich ermitteln, worin man vielleicht besser ist, als der Konkurrent oder worin der Mitbewerber eventuell mehr bietet.

Wie behalten die Konkurrenten stetig die Oberhand gegenüber alternativen Lösungen? Wie verwalten sie vom technischen Standpunkt aus die Infrastruktur ihrer Plattform? Wie haben die Mitbewerber das Look and Feel ihrer Produkte für eine gute Benutzererfahrung gestaltet? Wie ist die Preisstruktur?

So lassen sich die Prozesse der Konkurrenten ermitteln und verstehen. Möglicherweise entdeckt man dabei in deren Service-Design dann Lücken, die man selbst füllen kann.

2. Konkurrenzprodukte selbst verwenden

Ein grundlegendes Verständnis lässt sich bereits mit dem Studieren der Online/Offline-Präsenz des Mitbewerbers erlangen. Will man dessen Service-Design aber wirklich verstehen, sollte man das Produkt des Konkurrenten selbst ausprobieren.

Das kann so geschehen:

  • Wenn möglich, eine kostenlose Demoversion nutzen oder für einen kurzen Zeitraum registrieren.
  • Nutzung des Konkurrenzprodukts und Analyse über die Benutzerabläufe.
  • Verwendung einer benutzergeführten Funktion z.B. bis zum Abschluss eines Kaufes. Wie ist die UX?
  • Prüfen wie einfach oder frustrierend es ist, einen Ablauf komplett durchzuführen.
  • Wie gut werden Probleme gelöst? Kann das verbessert werden?
  • Interagieren mit dem Kundenservice z.B. via E-Mail, Twitter, Facebook, Anrufe usw. und Notizen zum Umgang des Konkurrenten damit machen.
  • Wie ist die generelle Verfügbarkeit des Produktservices sowie die Marketing und Wachstumsstrategie zu bewerten? Analyse von SEO, Alexa Rankings und Social-Media-Präsenz.
  • Welche Preisstrategie verfolgt der Konkurrent? Vor allem wenn die Produkte mit den eigenen übereinstimmen, kann mit einer klugen Preisgestaltung ein Vorteil erlangt werden.

 

benutzerfuehrung

Bildquelle: Toptal.com

3. Zielgenaue UX-Prüfung mit Produkten des Wettbewerbers

Jede Plattform und jedes Produkt ist unter einer bestimmten demografischen Berücksichtigung gestaltet. Diese ergibt sich typischerweise durch zahlreiche Aufzeichnungen und Auswertungen der Benutzer und Tests. Dennoch basieren zahlreiche Produkt-Designs lediglich auf Annahmen, Hypothesen und Meinungen der Hersteller, was selten perfekt ist. Erkennt man das Problem des Wettbewerbers, kann man davon lernen und es besser machen.

Hier einige Ideen, um UX-Probleme zu finden:

  • Untersuchen und Auswerten verschiedener Benutzerabläufe und Aspekte mit den Konkurrenzprodukten wie den sogenannten User Onboarding-Prozess. Wieviele Schritte werden benötigt? Ist es einfach oder zu unübersichtlich und dauert zu lange?
  • Funktioniert eine grundsätzliche Nutzbarkeit wie heuristische Leitlinien und interaktive Design-Prinzipien?
  • Wie wurden die Benutzerabläufe optimiert? Können diese verbessert werden? Sind zum Beispiel mehr als fünf Schritte für einen Kaufabschluss nötig und dauert es länger als eine Minute? So geht es schneller.
  • Kritische Abläufe finden und untersuchen, wo allgemein Verbesserungen vorgenommen werdne können.
  • Wie gut haben die Mitbewerber ihre Services designed? Welche Sprache verwenden sie in ihrer E-Mail-Kommunikation und im System?
  • Wie ist ihre Informationsarchitektur gestaltet? Ansehen der Sitemaps.

 

sitemap-konkurrent

Es lohnt sich, die Sitemap und Informationsarchitektur eines Konkurrenten zu untersuchen.

4. Identifizieren von visuellen Design-Mängeln eines Konkurrenzprodukts

Am visuellen Design des Konkurrenzprodukts kann die Farbpalette, Typografie, Iconografie, die visuelle Sprache usw. untersucht werden. Daraus lassen sich die Gründe schließen, warum im Einzelnen so gestaltet wurde und ob es nicht besser gemacht werden könnte.

Einige Ideen zur Bewertung des visuellen Designs:

  • Herausfinden wie die Landing-Page des Konkurrenten visuell strukturiert ist und wie Besucher überzeugt werden, sich anzumelden und die angebotenen Produkte zu kaufen.
  • Welches Farbschema wird genutzt? Was könnten die Gründe für die Farbentscheidung sein?
  • Sind die Calls to Action bzw. die Handlungsaufforderungen klar?
  • Funktioniert die Plattform auch für mobile Geräte einwandfrei?
  • Screenshots von unterschiedlichen Bildschirmen der Konkurrenz-Plattform sammeln und untersuchen. Einen Bericht zu den guten und schlechten Merkmalen verfassen.

 

5. Anlegen eines Wettbewerber-Analyse-Reports

Ein typischer Analysereport über Mitbewerber beinhaltet eine ausführliche Untersuchung von ausgewählten Konkurrenten. Der Report sollte kritische Punkte genauso hervorheben, wie positive Merkmale.

Folgende Liste zeigt, was ein Analyse-Report zu Mitbewerbern beinhalten sollte:

  • Eine ausführliche Analyse zu allen Konkurrenzprodukten.
  • Screenshots mit erklärenden Notizen zu den spezifischen Features und dem UX-Ablauf.
  • Eine Liste der Features und/oder eine ungefähre Sitemap zur Plattform und zum Produkt eines jeden Konkurrenten.
  • Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten für jedes analysierte Produkt.
  • Analyse-Matrix der Mitbewerber. Eine Tabelle, welche eine Spalte für Produktfeatures und separate Spalten für jedes Produkt beinhaltet.

 

Folgende Abbildung zeigt die beispielhafte Struktur einer Analyse-Matrix:

analysematrix

Eine typische Mitbewerber-Analyse-Matrix beinhaltet folgendes:

1) Möglichkeiten und Lösungen für die verwendete Plattform.

2) Überprüfung, ob die Konkurrenten die gleichen Lösungen und Möglichkeiten nutzen, oder nicht.

3) Bewertung. Basierend auf der Wichtigkeit, kann eine bestimmte Anzahl an Punkten für jedes der Features vergeben werden. Im oben gezeigten Beispiel hat chat 10 Punkte und stories 5 Punkte bekommen. Addiert man nun alle Punkte und teilt sie durch die Anzahl der Features, erhält man einen prozentualen Konkurrenzwert.

Was ebenfalls nicht fehlen sollte, sind das visuelle Design, die allgemeine Benutzererfahrung und die Performance einer jeden analysierten Plattform.

Fazit

Für eine typische Konkurrenz-Analyse muss etwas Zeit eingeplant werden. Dennoch kommt man relativ schnell zu einem Ergebnis, wenn man sie einfach hält:

  • Identifizieren der stärksten 3 bis 5 Konkurrenten, um sie zu analysieren und deren Marktposition und Angebote zu ermitteln.
  • Konkurrenzprodukte und Dienstleistungen selbst verwenden, um zu verstehen, wie das Geschäftsmodell strukturiert ist.
  • Sämtliche Probleme bei der Benutzererfahrung mit dem Konkurrenzprodukt herausfinden und eine umfassende Liste erstellen. Das hilft, um von Fehlern anderer zu lernen.
  • Sind die UX-Probleme bekannt, sollte noch nach eventuellen visuellen Design-Mängeln gesucht werden. Z.B. wie die Benutzeraufforderungen gestaltet und welche Farbpaletten verwendet wurden. Dadurch wird es einfacher, eine bessere visuelle Erfahrung für das eigene Produkt zu verwirklichen.
  • Schließlich sollte immer eine Analyse-Matrix von Mitbewerbern erstellt werden, welche alle Angebote und Features der Konkurrenten listet. Dadurch wird ein umfassendes Verständnis der Konkurrenz möglich.

 

Macht man es richtig, kann eine Mitbewerber-Analyse die Kundenzufriedenheit dramatisch verbessern und die eigenen Konversionsraten ebenso. Einen Versuch ist es wert.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren