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HDR projects 4 professional - Die beste HDR-Software!

Ahadesign Tutorials

hdr-projects-4-prof-coverBereits kurz nach Erscheinen, hat uns Franzis diesmal die Professional-Version des neuen HDR projects 4 für dauerhafte Tests zukommen lassen. Die aktuelle Version hat mit zahlreichen Neuerungen und Verbesserungen nochmals einen großen Sprung nach vorne gemacht. Uns ist wirklich keine Software bekannt, die da auch nur annähernd mitkommt. Um das zu belegen, werden in nachfolgendem, sehr umfangreichen Test, anhand mehrerer Projekte, nicht nur alle neu hinzugekommenen Features durchgegangen. Die Software wird komplett unter die Lupe genommen. Es werden häufig sinnvolle Arbeitsabläufe durchgespielt, welche nicht nur für Neueinsteiger in die Profi-Liga der High-Dynamik-Range-Fotografie mit HDR projects, hilfreich sein könnten. Außerdem werden Vergleiche mit anderen sehr bekannten und häufig verwendeten HDR-Programmen und Plugins gezogen.

HDR projects 4 professional - Workflow!

hdr-projects-4-versionen

Ahadesign.eu wird teilweise am Verkauf von genannten Produkten geringfügig beteiligt. Jedoch sind die hier veröffentlichten Berichte nie Werbebotschaft und kein Sponsoring Post und werden stets unabhängig verfasst. Bei allen Artikeln auf Ahadesign.eu, werden auch eventuelle Schwachstellen ungeschönt benannt.

Die beste HDR-Software, das ist schon eine starke Aussage. Als Betreiber dieser Seite durfte ich schon etliche Software-Produkte, sehr genau unter die Lupe nehmen und bin speziell von HDR projects 4 professional sehr angetan, zumal offensichtlich nichts Vergleichbares zu finden ist. So kann ich auch kaum zu einer anderen Bewertung kommen.

Ich hoffe, der nachfolgende Bericht ist eine Hilfe, auch zum Einstieg in HDR projects 4 und kann einen sinnvollen Arbeitsablauf vermitteln. Auch wenn hier die Professional-Variante verwendet wird, kann ein Großteil der gezeigten Arbeitsweise ebenso mit der Standardversion durchgeführt werden.

Grober Überblick zu HDR projects 4

Bevor es mit einem neuen Projekt richtig los geht, schadet ein erster grober Überblick sicher nicht.

Die Neuerungen zu HDR projects 4 professional:

  • Point of Interest
  • Selektives Zeichentool
  • Ultra-HDR-Technologie
  • Selektive Bearbeitung für Post-Processing-Effekte
  • Bildzuschnitt mit 71 Formatvorlagen
  • Konfiguration von Speicherformaten
  • Layerblend-Modi
  • Optimierungsvarianten im Optimierungsassistenten
  • HDR-Algorithmenbrowser
  • Zusätzliche Tonemapping- und Presetkategorien
  • Interaktive Geisterbilderkorrektur

Alle weiteren Features inklusive kostenloser Demo-Versionen, sind auf den jeweiligen Produktseiten zu finden. So kann hier gleich mitgemacht und ausprobiert werden, ohne vorerst Geld ausgeben zu müssen.

Seite zu den Projects-Programmen.

Ich persönliche tendiere immer dann zu einer Professional-Version, wenn mich die Software wie HDR projects 4, wirklich überzeugt hat. Das hat sich bewährt und lohnt sich trotz des etwas höheren Kostenaufwandes eigentlich immer. Schließlich möchte man keine halben Sachen machen und das haben die Entwickler auch nicht, wie in folgenden Ausführungen zu erfahren ist.

An dieser Stelle soll noch auf den hier erschienenen, umfangreichen Testbericht zu HDR projects 3 Standard mit dem Titel HDR-Fotos entwickeln mit HDR projects 3" verwiesen werden. Dort wird auf grundlegende Features und Vorgehensweisen und vieles mehr eingegangen. Trotzdem kommt wirklich jeder Aspekt der Software ausreichend auch in diesem Bericht zur Sprache, der sich eben nicht nur auf die Neuerungen bezieht.

Für alle, die HDR projects nicht bereits perfekt beherrschen, oder sich noch nicht sicher sind, welches Programm sie künftig nutzen möchten, wird es sich garantiert lohnen, diesen Beitrag bis zum Ende zu lesen. Damit aber genug, jetzt geht es endlich los mit der HDR-Entwicklung.

Belichtungsreihe

HDR projects erlaubt auch die Entwicklung eines einzelnen Fotos und fügt sogar synthetische, also künstliche Bilder hinzu. Häufiger werden aber wohl mehrere, unterschiedlich belichtete Fotos genutzt. Das will ich hier auch tun und wähle für den Anfang eine Belichtungsreihe aus vier Bildern mit jeweils einer Blende Unterschied im Rohdaten-Format, welche mit einer Canon DSLR 7D, einem 15-85mm Zoom-Objektiv bei einer Brennweite von 15mm mit Blende 16 und Stativ aufgenommen wurden.

hdr-projects-4-prof-belichtungsreihe-sonnenuntergang

Die Bilder wurden übrigens in der Türkei bei Side aufgenommen. Ich habe für diesen Artikel bewusst diese Aufnahmen gewählt, weil bestimmt viele HDR-Enthusiasten mit ähnlichem Material nach Hause kommen und alles Weitere dann hoffentlich umso brauchbarer ist.

Neben der Verwendung von zunächst vier Einzelbildern mit nur einer Blende Unterschied, kommen im Laufe dieses Berichtes aber auch noch andere Reihen mit 3 und 6 Belichtungen zur Anwendung, um eventuelle Unterschiede ausmachen zu können. Auch wird der Frage nachgegangen, ob sich ein Pseudo-HDR mit einem Einzelbild überhaupt lohnt. Natürlich interessiert mich ebenso, wie sich unterschiedliche HDR-Software gegenüber HDR projects 4 mit dieser ersten Belichtungsreihe schlägt, welche extrem helle Stellen durch die Sonne, sehr dunkle Schattenbereiche und auch bewegliche Objekte aufweist.

Vorbereitung

Bevor das Material jetzt fusioniert und danach einem Tonemapping unterzogen wird, möchte ich es vorab einigen Vorbereitungen unterziehen, auch wenn es qualitativ bereits recht gut ist. Dies ist natürlich immer und unabhängig vom später verwendeten HDR-Programm sinnvoll. Mit völlig unvorbereitetem Material direkt aus der Kamera, kommt HDR projects 4 allerdings auch ganz hervorragend klar. So aber starte ich einfach mit einer guten Basis und erspare mir, bzw. dem Programm, möglicherweise die spätere zusätzliche Nacharbeit.

hdr-projects-4-prof-lightroom-objektivkorrekturenWichtig ist immer eine Objektiv- bzw. Perspektivenkorrektur. Dazu verwende ich im Gegensatz zu meinem inzwischen üblichen Workflow, das bekannte Adobe-Programm Lightroom, um in Kürze auf eine schöne Neuerung von HDR projects 4 eingehen zu können.

Ansonsten könnte ich ohne Umwege auch gleich den in HDR projects integrierten und sehr brauchbaren RAW-Konverter nutzen, welcher im Bereich Belichtung inzwischen auch Regler zum Schwarzpunkt und zum Weißpunkt erhalten hat.

hdr-projects-4-prof-raw-swpunktWeiter unten im Bericht werde ich deshalb ein neues Projekt mit größerer Belichtungsreihe starten, dann ausschließlich mit HDR projects 4 professional arbeiten und dabei natürlich den integrierten RAW-Konverter verwenden.

Zunächst aktiviere ich also in Lightroom die automatische Profilkorrektur, weil meine Kamera und Objektiv hier glücklicherweise unterstützt werden. Bei wem das nicht der Fall ist, der muss dann eben manuell an die Sache ran, was ja auch nicht so schlimm ist. Ich nutze außerdem keinesfalls die Upright-Funktion. Auch ist wie in meinem Fall, die automatische Entfernung der chromatischen Aberrationen meistens hilfreich.

Hier müssen die Fotos auf jeden Fall gerade gerückt werden, auch weil ich nicht Upright nutze, was hier nämlich nicht richtig funktioniert. Schließlich soll das Meer nicht auslaufen. Außerdem nutze ich auch gleich den goldenen Schnitt, zumindest für die horizontale Ausrichtung. Der Bildausschnitt hätte sicher besser gewählt sein können. Hier knallt aber die Sonne extreme Helligkeit rein und im rechten Bereich versinkt alles sehr stark in den Schatten. Ideal, um eine HDR-Software richtig herauszufordern. Also verwende ich die Fotos hier ohne weiteren Beschnitt.

hdr-projects-4-prof-ausrichten

Ich markiere alle vier Fotos und wechsle in den Entwickeln-Modus. Mit der Taste R gelange ich in die Freistellungsüberlagerung und mit der Taste O kann ich durch die angebotenen Hilfslinien steppen, bis ich den goldenen Schnitt habe. Alle Bilder bleiben ausgewählt und die Schaltfläche "Autom. synchr." ist aktiv. So werden sinnvollerweise alle vier Bilder gleichermaßen angepasst. Entsprechend richte ich nun aus.

hdr-projects-4-prof-lightroom-grundeinstellungenFür den Weißabgleich gebe ich 5250 Kelvin ganz nach meinem Geschmack und nicht unbedingt nach tatsächlicher Vor-Ort-Situation vor, obwohl das schon ziemlich beim Original liegt. Die Tönung bekommt +8.

Die Lichter vermindere ich auf -45. Diesen Wert ermittle ich bei eingeschalteter Belichtungswarnung.

Hier sollte man vielleicht nicht mehr synchronisiert für alle Bilder arbeiten und jeweils andere optimale Werte finden.

Ebenso überprüfe ich die dunklen Bereiche, um die Tiefen so einzupegeln, dass nichts absäuft. So befinden sich in keinen Einzelbildern zu helle oder zu tiefe Bereiche und ich kann auch in schwierigen Zonen eine Zeichnung erhoffen. Dieses Vorgehen ist sicher nicht immer nötig, aber meistens doch sinnvoll. In meinem Fall muss ich die Tiefen nicht anfassen. Aber die Dynamik erhöhe ich für etwas mehr Farbe noch auf +60, was für die Bildvorbereitung ebenfalls nicht wirklich notwendig wäre. Es schadet hier aber auch nicht.

hdr-projects-4-prof-lightroom-schaerfen-rauschenNicht ganz unwichtig ist natürlich noch eine einigermaßen vernünftige Entrauschung und eventuell etwas Schärfung. Selbstverständlich kommt es immer auf das verwendete Material an und wie ich es zu verändern gedenke.

Alleine durch eine unterschiedliche, vielleicht absichtlich übertriebene Rauschreduzierung, kommen am Ende ganz andere Resultate heraus. Zb. ein weicherer Himmel. Das wäre natürlich nicht gut, wenn man feinste Strukturen herausarbeiten möchte. Hier verwende ich für Schärfen den Wert 100, Radius 0,5, Details 0 und Maskieren 33. Für die Rauschreduzierung einen relativ hohen Luminanzwert von 70, Details 50, Kontrast 0, Farbe, Details und Glättung, 50. Natürlich verträgt nicht jedes Bild eine derartige Entrauschung, oder hat sie überhaupt nötig. Für das totale Optimum könnte man auch eine doppelte RAW-Entwicklung und diverse andere Methoden in Betracht ziehen, aber das führt hier wohl zu weit. Bei vielen Motiven und auch diesem, passt es so ganz gut.

Jetzt nutze ich eine der Neuerungen bzw. Verbesserungen, die Lightroom-Anwender sehr zufrieden stellen dürfte.

hdr-projects-4-prof-exportieren

Mit einem Rechtsklick auf eines der markierten Bilder öffne ich das Kontextmenü in Lightroom und klicke auf Exportieren. Hier finde ich jetzt auch den Export zu HDR projects 4. Das war zwar mit der Vorgängerversion auch schon möglich, hat aber nicht vollumfänglich geklappt. Jetzt kann ich die RAW-Dateien direkt zu HDR projects schicken und sie von dort aus nach getaner Bearbeitung auch wieder direkt zurück nach Lightroom befördern.

HDR Vorbereitung

Nach kurzer Berechnung noch in Lightroom, werden jetzt die Fotos eingelesen und es öffnet sich der Dialog HDR Vorbereitung.

hdr-projects-4-prof-hdr-vorbereitung

Hier sollte weder die Farbraumumwandlung, noch der Weißabgleich aktiviert werden. Auch die Entrauschung muss nicht unbedingt berücksichtigt werden. Bis auf die Farbraumumwandlung können im Prinzip alle Parameter bei Bedarf später noch eingestellt werden.

Ich verwende hier trotz Stativaufnahme eigentlich immer die Ausrichtung, ohne mir groß einen Kopf darüber zu machen. Es könnte ja doch mal etwas verrutscht sein, oder gewackelt haben. So vergesse ich diese Option auch nie, falls sie tatsächlich benötigt würde. Das bedingt eine etwas längere Rechenzeit, die aber nicht wirklich zu bemerken ist. Also bleibt das immer aktiviert.

Die neue und stark verbesserte Geisterbildkorrektur macht hier wegen der Wolken, dem Wasser, den Booten und den Menschen, natürlich absolut Sinn. Mittlerweile reicht es, hier einen groben Wert für die Intensität und Kantenschärfe einzustellen. Seit Version 4 kann der Wert später im Programm noch sehr komfortabel eingepegelt werden, was weiter unten noch beschrieben wird.

hdr-projects-4-prof-belichtungskurve

Neben der außerdem hier noch möglichen Optimierung der Belichtung, kann auch vor oder nach der HDR-Vorbereitung, im Programm-Menü unter Extras -> Einstellungen, im Tab mit der Bezeichnung "Berechnung", Einfluss auf die Belichtungs-Optimierung mit der Belichtungskurve genommen werden, um gleich eine hellere, oder dunklere Belichtungsreihe zu erhalten. Ich nutze hier Quad-linear und 0 %.

Farbraum-Problem

Mit dem Lightroom-Export erhalte ich immer den sRGB-Farbraum, egal was ich für die Farbraum-Umwandlung definiere. Hole ich mir RAW-Bilder ohne den Umweg über Lightroom nach HDR projects 4 Professional, vergebe dort in der HDR-Vorbereitung zb. das ProPhoto-Format und gebe sie von hier aus weiter zu Photoshop, gebe ich RGB´s ohne Tags, also Fotos ohne Farbmanagement weiter. Das in der Kamera eventuell einstellbare Farbprofil spielt dabei übrigens keine Rolle, sofern im RAW-Format fotografiert wurde. In den Rohdaten sind ja keine Farbprofile eingebettet.

Damit zeigt Photoshop die Fotos jetzt ohne Farbmanagement im größtmöglichen Farbumfang an, sofern nicht beim, oder nach dem Öffnen in Photoshop, dann dem Bild ein Farbraum zugewiesen wird. Bei der Arbeit mit Photoshop wäre das also gar kein Problem. Offensichtlich gibt HDR projects meine Fotos also immer so weiter, wie ich sie eingeladen habe, kann aber den Farbraum selbst nicht wirklich abändern bzw. zuweisen, obwohl ein temporäres Tiff-Bild geöffnet ist. Anscheinend habe ich somit nur die Wahl zwischen sRGB beim Lightroom-Export und keinem Farbraum beim direkten Einladen der RAW-Bilder in HDR projects.

Damit es mit einem anderen vorher definierten Farbraum wie zb. Adobe RGB klappt wie ich es möchte, muss ich vorher am besten ein unkomprimiertes 16 Bit TIFF mit gewünschtem Farbprofil im Programm meiner Wahl definieren und es erst dann nach HDR projects holen. In HDR projects aktiviere ich dann niemals die Farbraum-Umwandlung und auch nie den Weißabgleich in der HDR-Vorbereitung, welcher sonst schnell für Farb-Verfälschungen sorgen kann. Ein Vorgehen, welches auch die Entwickler der Software empfehlen. Außerhalb der HDR-Vorbereitung kann ich den Weißabgleich in meinem Projekt in HDR projects 4 jederzeit ganz hervorragend anwenden und sogar zweckentfremden, was später hier noch gezeigt wird.

Lightroom Bearbeitungsvorgabe

Ich kann natürlich mit TIFF´s und dem erwünschten Farbraum bequem aus Lightroom und aus anderen Programmen heraus arbeiten, wenn ich will. Ich lege dazu in diesem Fall einfach eine neue Bearbeitungsvorgabe für HDR projects 4 Professional in Lightroom an.

hdr-projects-4-prof-lightroom-vorgabe

Für diesen Zweck öffne ich in Lightroom die Voreinstellungen und aktiviere den Reiter "Externe Bearbeitung". Unter "weiterer externer Editor" klicke ich auf den kleinen Button "Wählen". Der Dateibrowser öffnet sich, wo ich in meinem Fall unter C:\Programme\Franzis, die 64-Bit-HDR-Software finde und dort die EXE-Datei klicke. Jetzt muss ich nur noch Dateiformat, Farbraum usw. einstellen und unter "Vorgabe" einen passenden Namen vergeben.

Künftig kann ich nun mit der rechten Maustaste meine Fotos anklicken und wähle im Kontextmenü dann "Bearbeiten in" und nicht den Export-Dialog. Auf diese Weise erzeugt Lightroom eine Datei mit allen vorgenommenen Entwicklungen im eingestellten Format, Farbraum usw. und gibt diese fertig erzeugte Datei an das externe Programm weiter.

hdr-projects-4-prof-lightroom-extern

Im Prinzip gebe ich also nie RAW-Fotos an andere Software weiter, welche ja wie gesagt, kein Farbraummanagement enthalten. Immer erzeuge ich aus den Rohdatenbildern vorab verlustfreie Tiff´s im bevorzugten Farbraum, wie zb. Adobe RGB, oder in meinem Beispiel eben den noch größeren Raum ProPhoto RGB. Erst diese enthalten die relevanten Informationen zum Farbraum und erst jetzt gibt auch HDR projects die Fotos im richtigen Farbraum an externe Programme weiter. Die in der HDR-Vorbereitung von HDR projects angebotenen Einstellungsparameter zum Farbraum können damit tatsächlich ignoriert werden.

Ein Qualitätsverlust ergibt sich aus diesem eher kleinen Problem nicht, denn vorhandene Bildinformationen werden bei einem verlustfreien TIFF ohne Farbprofil natürlich nicht verworfen, sondern normalerweise im größtmöglichen Farbraum angezeigt.

Die meisten Anwender werden mit sRGB arbeiten, denn herkömmliche Monitore zeigen auch gar nichts anderes an, viele Druckdienstleister bieten nochimmer nur sRGB an, im Internet bringt ein höherer Farbraum schon gar nichts usw. Somit wird das hier dargestellte Problem eher wenige Anwender betreffen und auch diese kaum stören. Trotzdem ist es sicher gut, dies alles im Hinterkopf zu haben.

Ich gehe davon aus, dass die Entwickler sicher schnell mit einem Update auf diesen eigentlich nicht als wirkliches Problem zu bezeichnenden Umstand reagieren.

Ausrichtung und Geisterbilder

Nun aber weiter mit der HDR-Vorbereitung. Da sich in den Fotos am rechten Rand tatsächlich Menschen und Boote während der Aufnahme bewegt haben, aktiviere ich wie gesagt, die Ausrichtung und natürlich die automatische Geisterbildkorrektur. Für beides gibt es eine Neuerung, die ich persönlich für extrem sinnvoll halte. Bisher konnte man nur grob abschätzen, welche Werte für die Intensität und Kantenschärfe passen könnten. Passte es nicht, musste das Vorbereitungsfenster über das Programm-Menü jedesmal erneut aufgerufen werden. Und es passte oft nicht auf Anhieb, solange man nicht entsprechende Erfahrung gesammelt hatte. Wie die Ausrichtung, Verschiebung usw., lässt sich nun auch die Geisterbildkorrektur nachträglich korrigieren.

Zunächst geht es mit einem Klick auf den kleinen Rechtspfeil weiter. Nach relativ kurzen Berechnungen landet man direkt im Post-Processing-Fenster. Hier ist die Belichtungsreihe bereits fertig einem Tonemapping unterzogen worden und es lässt sich munter durch 134 Presets klicken.

hdr-projects-4-prof-tonemapping-fenster

Auch das ist eine Neuerung und für ganz schnelle und dennoch tolle Ergebnisse ist man bereits hier am Ziel. Preset auswählen, speichern, fertig. Vormals öffnete sich immer zuerst das Belichtungsreihe-bearbeiten-Fenster. Das alte Verhalten lässt sich aber jederzeit über das Menü Extras -> Einstellungen auch wieder herstellen.

Jetzt aber nochmal zurück zur angesprochenen Neuerung, die Geisterbildkorrektur betreffend, um nicht den Faden zu verlieren.

hdr-projects-4-prof-belichtungsreihe-icon

Dazu wechsle ich mit dem entsprechenden Icon oben in der Programmleiste zu besagtem Belichtungsreihe-bearbeiten-Fenster.

hdr-projects-4-prof-belichtungsreihe-fenster

Unten auf der rechten Seite befindet sich jetzt genau der gleiche Dialog, wie Anfangs in der HDR Vorbereitung.

hdr-projects-4-prof-geisterbildkorrekturNun können die Werte von hier aus gut eingepegelt und am Bild sofort überprüft werden. Dank der neuen und mit diversen motivspezifischen Methoden versehenen Detail-Prognose, funktionieren die Korrekturen tatsächlich noch genialer und vor allem Benutzerfreundlicher, als bereits mit der Vorgängerversion. Nach meiner Erfahrung empfiehlt sich bei manchen zb. recht dunklen Belichtungsreihen, zur Prüfung, ein Wechsel in das Post-Processing-Fenster. Je nach Einstellungen bzw. Preset, ist das Bild dann heller und Details deutlicher zu sehen. Dieser Wechsel ist immernoch deutlich komfortabler, als der frühere Arbeitsablauf, aber in den meisten Fällen eigentlich nicht nötig. Eine super Neuerung und eine Hürde weniger. Damit haben die Entwickler wirklich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Je nach Intensität und Schärfe werden die Gewichtungen auf der linken Seite verändert. Das wirkt sich dann in Teilen natürlich auch auf die Helligkeit des gemappten Bildes aus. Hier muss manchmal ein Kompromiss gefunden werden. Ziel sind scharfe Objekte, eine angemessene Helligkeit in den gewünschten Bereichen und verschwundene Geisterbilder. Was hier einzustellen ist, hängt außerdem vom verwendeten Masterbild, von der Voreinstellung der HDR-Gewichte und auch von der Fusions-Methode ab. Mit etwas Geduld und den richtigen Einstellungskombinationen klappt es auch bei schwierigsten Reihen fast immer. Wenn es einmal nicht hundertprozentig so funktioniert wie ich möchte, kann ich die Gewichtung immer noch manuell mit dem HDR-Painter sehr genau festlegen. Kompromisse muss man also nicht wirklich eingehen, wenn man sich etwas Zeit für seine Belichtungsreihe nimmt.

Das Handbuch

Aufgrund der vielen Möglichkeiten wird dem Anwender gerade zu Anfang, durchaus etwas Verständnis abverlangt. Ein Blick in das sehr hilfreiche Handbuch ist unbedingt anzuraten. Dieses Manual kann nach der Installation über ein Fenster auf dem Desktop aufgerufen werden. Naturgemäß wird dieses Fenster irgendwann weggeklickt. Leider ist das Handbuch jetzt nicht mehr über einen Menüpunkt der Software erreichbar. In Windows lässt sich jedoch über Start -> Programme -> Franzis -> HDR projects 4 professional -> Plug-in, der Plugin-Ordner mit der Bezeichnung "Plug-ins" öffnen. Geht man hier im Dateiexplorer einen Ordner zu "Plug-in" zurück, ist plötzlich das Handbuch als PDF zu sehen. Das ist ein Umstand, der unbedingt verbessert werden sollte. Nicht jeder Anwender wird wohl auf die Idee kommen, im Plugin-Ordner nach dem Handbuch zu suchen. In der Software fehlt eigentlich nur eine simple Verlinkung zu dieser Hilfe.

Das Handbuch zu HDR projects 4 und anderen Programmen der Projects-Reihe, ist auch online unter projects-software.de/handbuecher zu finden. Es gibt außerdem ein hilfreiches Forum zur Projects-Software unter projectsforum.de

Eine weitere sehr interessante Seite für alle Anwender der Projects-Reihe ist quicktipps.dettweiler.net. Hier bietet der Softwaretrainer Thomas Dettweiler viele Tipps und Tricks, sowie Tutorials auch zu HDR projects an. Für Teilnehmer der oft kostenlosen Franzis-Webinare gibt es einen extra Bereich.

Am besten geht man nun also die Einstellungen in dem oben genannten Bearbeiten-Fenster von links nach rechts durch, berücksichtigt die Auswirkungen von unterschiedlichen Kombinationen und vergisst danach auch nicht das Einstellungsmenü unter Extras. Zwar muss so doch etwas Aufwand betrieben werden, aber am Ende wird es sich garantiert lohnen. Es entstehen Resultate, die nach meiner Kenntnis mit keiner anderen Software hinzubekommen sind.

hdr-projects-4-prof-geisterbilder-unschaerfe

Bei abgeschalteter Geisterbildkorrektur sind Objekte sehr unscharf und verwischt.

hdr-projects-4-prof-luminanz-kongruenzFür die HDR-Gewichtung habe ich die Luminanz-Kongruenz gewählt, welche Geisterbildern schonmal sehr gut vorbeugt. (Ein Tipp aus dem Handbuch)

hdr-projects-4-prof-fusionsmethodeGanz neu ist auch die 64-bit Ultra HDR Fusion, welche standardmäßig aktiviert ist und in meinem Fall auch bleibt. Das Szenario hatte ich zunächst bei Tageslicht belassen, später dann doch auf blaue Stunde umgestellt. Für die Fusions-Methode wurde Farb-Schärfe ausprobiert, letztlich dann aber Luminanz-Schärfe gewählt. Je nach Methode folgen darunter mehr oder weniger Einstellungsmöglichkeiten.

Ich wählte eine Entrauschung von 0. Es handelt sich hier um das Farbrauschen, welches nur das bereits gemappte Bild betrifft. Bereits ein Wert von 1 hat deutliche und oft auch brauchbare Auswirkungen. Der HDR-Glättung hatte ich die Vorgabe Normal zugewiesen, was einem Wert von 25 Prozent entspricht. Auch hier habe ich mich nachträglich für 15 Prozent entschieden.

hdr-projects-4-prof-farb-schaerfeWeil die Fotos in der Dämmerung aufgenommen wurden, hatte ich für "Nacht-Tag" einen Wert von -260 eingestellt. Schließlich habe ich den Regler doch voll nach links auf -360 gezogen, weil hier kleinere Objekte wie die Boote, noch besser und heller zum Vorschein kommen. Enorme positive Auswirkungen hat die Motiv-Brillanz, welche ich ebenfalls aktiviert habe.

Für die Geisterbildkorrektur habe ich letztendlich eine Intensität von 40 % und Schärfe von 60 % eingestellt. Diese Werte funktionieren aber nur bei aktivierter Detail-Prognose, was wie bereits erwähnt, ebenfalls eine Neuerung und extrem wirksam ist. Damit wurden alle Geisterbilder korrigiert und die Gewichtung der einzelnen Bilder sehr filigran und perfekt umgesetzt, ohne mit dem HDR-Painter selbst die Masken anpassen zu müssen. Das spart natürlich auch wieder Arbeit und Zeit.

Wie angesprochen, könnte nun im Tonemapping-Fenster bei Bedarf nochmal die Ausrichtung, Verschiebungen, Spiegelungen, die Bildzuschneidung, Drehungen, die Kamerarotation, Kamerazoom und kleinste Bewegungen in der Belichtungsreihe zurechtgebogen werden.

hdr-projects-4-prof-zusatzfunktionen

Für all diese Zwecke können Werkzeuge über das Icon für die Zusatzfunktionen eingeblendet und genutzt werden. In meinem Fall war hier nichts mehr nötig.

Damit habe ich meine Belichtungsreihe sozusagen eingeeicht und kann guten Gewissens endlich all die schönen Presets ausprobieren. Es ist also nicht verkehrt, die Fotos der Belichtungsreihe bereits vor dem Einladen sauber zu korrigieren und dann erstmal alle Einstellungen im Belichtungsreihen-Fenster vorzunehmen.

hdr-projects-4-prof-lightroom-buttonÜber eine Schaltfläche im Tonemapping-Fenster lässt sich das fertige Ergebnis jetzt ganz schnell wieder nach Lightroom exportieren. Das funktioniert aber nur, solange die Bearbeitung nicht als Projekt gespeichert und dann geschlossen wurde. Beim erneuten Öffnen des Projekts ist der logischerweise nur temporär bereitstehende Lightroom-Button nicht mehr verfügbar. Ich speichere also in diesem Beispiel in HDR projects auf konventionelle Weise und synchronisiere bei Bedarf dann eben den Ordner in Lightroom.

Wie man bis hierher schon sieht, ist HDR projects 4 Professional eine komplexe Software mit sehr vielen Stellschrauben. Dadurch ist das Programm auch nicht so ganz trivial zu verstehen und zu bedienen, zumindest wenn man jenseits von fertigen Presets mehr erreichen will. Hat man den Bogen aber einmal raus, lassen sich unglaubliche Ergebnisse erzielen, die mich immer wieder in Erstaunen versetzen.

Ist diese Vorbereitungsphase nun vollzogen, welche bei öfterer Anwendung tatsächlich recht zügig erledigt ist, sind mit Sicherheit auch schwierigste Geisterbilder korrigiert, auch solche, die bei anderen Programmen ein hoffnungsloser Fall wären. Eine Freihand-Belichtungsreihe mit vorbeiziehenden Wolken ist jederzeit machbar, wie in dem bereits erwähnten Bericht zum Vorgänger HDR projects 3 gezeigt wird. Sollen jetzt doch noch Objekte abgeschwächt oder ganz entfernt werden, können zusätzlich noch die Gewichte manuell bearbeitet werden. Auch das wurde bereits in dem Bericht zur Vorgängerversion genauer behandelt, kommt weiter unten aber auch hier anhand einer bei Wind freihändig aufgenommenen Belichtungsreihe noch zur Sprache.

Soweit also zu den Vorbereitungen. Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung aller wichtigen Schritte, so wie ich es machen würde.

  1. Bildausrichtung und Beschnitt im RAW-Konverter bestimmen
  2. Farbtemperatur und Tönung im RAW-Konverter definieren
  3. Verhindern von Absaufen der Tiefen im RAW-Konverter
  4. Verhindern von Ausfressen der Lichter im RAW-Konverter
  5. Luminanzrauschen und Farbrauschen so weit wie möglich reduzieren und eventuell leicht Schärfen im RAW-Konverter
  6. Objektivkorrektur durchführen und eventuell chromatische Aberrationen entfernen im RAW-Konverter
  7. Belichtungsreihe im verlustfreien 16-bit TIFF-Format ohne Komprimierung und mit gewünschtem Farbraum speichern mit dem RAW-Konverter
  8. In HDR projects 4 im Menü Extras -> Einstellungen -> Berechnung, ggf. die Belichtung korrigieren
  9. Belichtungsreihe ohne Umweg über ein externes Programm mit HDR projects 4 öffnen
  10. Farbraum-Umwandlung, Weißabgleich, Entrauschen und Optimierung der Belichtung in der HDR Vorbereitung von HDR projects 4 nicht aktivieren
  11. In HDR projects 4 in der HDR Vorbereitung alle Häkchen bei Ausrichtung aktivieren und die Option "maximal" verwenden
  12. In HDR projects 4 die automatische Geisterbildkorrektur mit Detail-Prognose verwenden
  13. In das Belichtungsreihenfenster von HDR projects 4 wechseln und alle Einstellungen von links oben bis rechts unten durchgehen und die Auswirkungen der Kombinationen bedenken
  14. Post Processing bzw. Tonemapping In HDR projects 4 starten

Ausnahmen hierzu bestätigen die Regel. So passt es also häufig, aber natürlich nicht ausnahmslos für jede Belichtungsreihe. Und es ist auch nur mein persönlicher Vorschlag. Zudem könnte jetzt noch der integrierte RAW-Konverter für diverse Anpassungen zum Einsatz kommen. Es gibt eben nichts, was nicht geht.

Prinzipiell kommt HDR projects 4 auch völlig ohne irgendeine Vorbereitung der Belichtungsreihe klar und bringt in jedem Fall erstaunliche Ergebnisse zu Tage. Weißabgleich, Entrauschen, Belichtung usw. lassen sich ja auch hier regeln. So erleichtere ich der Software die Arbeit aber etwas und benötige möglicherweise den einen oder anderen Filter weniger, was wiederum Zeit und Arbeit spart.

Qualitätseinstellungen für die Berechnung

Eine sehr wichtige Sache muss unbedingt angesprochen werden. Die Berechnungsqualität. Hier gibt es unter Extras -> Einstellungen -> Berechnung einige Optionen, welche sich nur in der Professional-Version regeln lassen und für mich bereits ein Grund für den Erwerb der höherpreisigen Variante sind.

hdr-projects-4-prof-qualitaetseinstellungen

Bei mir hat es sich bewährt, stets die maximale Berechnungsqualität von 200 % zu nutzen. Anfangs hatte ich auch die Superquadrik voll hochgezogen. Das führte aber mit meinem eigenen Preset, welches auch einige extreme Parameter beinhaltet, zu sehr unschönen kantigen Linien an den Bildrändern, weshalb ich inzwischen einen Wert von 10 % bevorzuge. Mit dem Hochziehen der Superquadrik verlängert sich außerdem die Rechenzeit immens, was während der kreativen Arbeit nicht so gut ist.

hdr-projects-4-prof-superquadrik

Das muss man eigentlich nur einmal herausfinden und dann eher nicht mehr abändern. Bei vielen Presets werden solche Probleme aber erst gar nicht auftauchen. Außerdem werden die hier einzustellenden Werte sicherlich auch von der genutzen Hardware wie Grafikkarte, Prozessor, Arbeitsspeicher usw. abhängen.

Die Abtastdichte belasse ich zunächst immer auf normal. "Sehr hoch" verwende ich aber abschließend für die Berechnung, kurz vor dem endgültigen Speichern des fertigen Bildes. Auch das benötigt deutlich mehr Berechnungszeit, was während der Arbeit mit einem älteren Rechner auf jeden Fall stört. Für den finalen Abschluss ist es aber gar kein Problem. Die Resultate sind dann einfach zauberhaft. Auf diese Weise haben die Entwickler von HDR projects 4 professional den Weg sowohl für die zügige Arbeit, als auch für enorm hochqualitative Resultate geebnet. Mir ist keine Software bekannt, die da noch irgendwie mithalten könnte.

Ohne auch nur eine einzige Einstellung im Post Processing vorzunehmen und ganz ohne dem neuen Optimierungsassistenten, zu dem ich weiter unten noch komme, habe ich nun durch das standardmäßig ausgewählte Preset "Natürlich Ausgewogen", folgendes Resultat erreicht:

hdr-projects-4-prof-preset-natuerlich-ausgewogen

Das ist schon recht beeindruckend, vor allem, wenn man die exzellente Verteilung der Lichter und den sehr natürlichen Look beachtet. Das ist genau das, was viele Profi-Fotografen schätzen. Zum Vergleich hier das rein fusionierte Bild, also die vier Fotos zusammengerechnet:

hdr-projects-4-prof-belichtung-fusioniert

Auch hier wurden die Lichter und Schatten schon recht gut verteilt. Dieses Bild enthält keinerlei Tonemapping-Effekte und man ahnt schon, was hier herauszuholen ist. Man könnte durchaus ohne weitere Effekte, direkt im RAW-Konverter weitermachen. Ein Vorgehen, welches viele Photoshop-Anwender die HDR projects nicht kennen, aus offensichtlich gutem Grund praktizieren.

Bevor wir zum weiteren Post Processing mit HDR projects 4 kommen, möchte ich also einen kurzen Abstecher zu Photoshop unternehmen und einen schnellen Vergleich durchführen.

Belichtungsreihe mit Photoshop und seinem HDR Pro

Ich gehe jetzt genauso vor und lade aus Lightroom heraus die selbe eben verwendete Belichtungsreihe mit einem Rechtsklick und dem Kontextmenü-Befehl "Bearbeiten in" -> "In Photoshop zu HDR Pro zusammenfügen...".

hdr-projects-4-prof-lr-kontext-hdrpro

Die Bilder werden geladen und das HDR Pro-Fenster in Photoshop öffnet sich.

hdr-projects-4-prof-zu-hdr-pro-zusammenfuegen

Da sich im rechten Bereich Boote und Menschen bewegt haben, wurde hier die Option "Geisterbilder entfernen" aktiviert. Viele Bildbearbeiter nutzen hier gerne den 32-Bit-Modus, um diese Fusion genau so abzuspeichern und in Camera Raw oder Lightroom mit einem hohen Dynamikumfang weiterbearbeiten zu können. Das hat allerdings den Nachteil einer riesigen Dateigröße. Nur im 8-Bit und 16-Bit-Modus sind noch ein paar Regler vorhanden, um die Belichtungsreihe hier mit einigen Tonemapping-Effekten zu versehen und auch in diesen Modi wurde und wird von vielen Anwendern oft nichts weiter eingestellt und gleich im RAW-Konverter weitergemacht.

Jetzt fallen hier allerdings einige unschöne Details auf, welche sich zumindest in diesem Fenster nicht beheben lassen, wie ich ausführlich ausprobiert habe.

hdr-projects-4-prof-hdr-pro-artefakte

Ich habe hier sehr unschöne Artefakte. Offensichtlich ist das zu viel Licht für HDR Pro. Dieser hässliche Fleck tritt in HDR Pro übrigens in jedem der vier Fotos auf und lässt sich auch in geringerem Bit-Modus mit keinem der Regler beheben. Dabei ist es auch unerheblich, in welchem Farbraum die Fotos eingeladen wurden. So müsste man jetzt in Photoshop oder Lightroom, eines der Retuschewerkzeuge bemühen. Mit Camera Raw mit etwas Mühe angepasst, sieht es so aus:

hdr-projects-4-prof-camera-raw

In dieser kleinen Auflösung hier auf der Webseite, sieht das gar nicht so übel aus. Betrachtet man einzelne Bereiche aber genauer, kommt es schon anders rüber. Hier ein Zoom auf die Brandung:

hdr-projects-4-prof-brandung-artefakte

Das ist wirklich übel. Und es geht noch so weiter.

hdr-projects-4-prof-hdr-pro-artefakte-geisterbilder

Hier sind nicht nur böse Flecken zu sehen. Auch die Geisterbildkorrektur hat hier versagt. Diese Fehler sind im RAW-Konverter eigentlich gar nicht mehr, oder nur sehr schwer zu beheben. Hier ist dann schon eine längere Photoshop-Session angesagt. Zerstörte Gesichter lassen sich aber auch dann nicht mehr herstellen.

Nun will ich nicht behaupten, daß HDR Pro ein schlechtes Tool wäre. Für einfachere Belichtungsreihen mit weniger extremen Lichtverhältnissen und mit wenig bis keiner Bewegung, ist die Arbeit mit HDR Pro bestimmt in Ordnung. Aber hier hat es kläglich versagt und ich habe das mit Sicherheit nicht absichtlich provoziert.

Hier zum Vergleich die Brandung mit dem Foto aus HDR projects 4 und dem Preset "Natürlich Aufhellen".

Und nochmal das mit der Sonne beschienene Wasser mit etwas Brandung im rein fusionierten Foto ganz ohne Tonemapping-Effekte.

hdr-projects-4-prof-fusion-sonne-brandung

Hier wurden die Bereiche bei einer Auflösung von 5088 x 3380 Pixel voll auf 100 % eingezoomt. Keine Artefakte, keine ausgebrannten Flecken. Einfach erstklassig.

Auch aus Lightroom heraus lässt sich ja seit einiger Zeit ein HDR-Dialog mit "Zusammenfügen von Fotos" verwenden. Was soll ich sagen. Wenn sich wirklich gar nichts bewegt auf den Fotos... Nein, im Ernst. Man sollte es einfach lassen. Diese Möglichkeit ist nur eine Verzögerung, bis das Foto letztlich sowieso im Papierkorb landet. Ähnlich ist es übrigens auch mit der sogenannten Panoramafunktion in Lightroom. Das macht Photoshop dafür ganz gut, ist aber nicht Thema dieses Beitrags.

Damit ist meiner Meinung nach Photoshops HDR Pro ausgeschieden. Schon in der Vergangenheit war Photomatix bei den meisten Profis beliebter, als das eben behandelte Photoshop-Werkzeug. Auch das will ich jetzt genauer wissen.

Vergleich mit Photomatix

Wieder aus Lightroom heraus, wird die gleiche Belichtungsreihe mit der Option, die Geisterbildkorrektur anzuzeigen, nach Photomatix exportiert.

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Hier sieht das zusammengerechnete Foto gleich deutlich besser aus, als mit HDR Pro. Die automatische Geisterbildkorrektur musste jedoch auf den recht hohen Wert von 90 eingestellt werden. Eigentlich müsste man in diesem Fall selektiv rangehen, was im Gegensatz zu Photoshop´s HDR Pro hier auch in gewissem Rahmen geht.

Mit einem Klick auf OK geht es weiter und Photomatix berechnet die Reihe. Das dauert allerdings etwas länger, als mit HDR Pro. Am schnellsten ist hier tatsächlich HDR projects 4. Das Warten scheint sich bei folgendem Ergebnis allerdings gelohnt zu haben.

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Auch die Geisterbilderkorrektur hat hier gut funktioniert. Als Methode wurde "Details Enhancer" und als Verfahren "Tone Mapping" gewählt. Wie bei HDR projects 4, können auch hier diverse Vorgaben angewählt werden.

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Mit einem Klick auf "Verarbeiten" wird das fertige Bild erstellt und jetzt kann nochmal Kontrast, Farbe und Schärfe angepasst werden. Auch gibt es noch Werkzeuge zum Beschneiden, Drehen, Größe ändern, Rauschen reduzieren und chromatische Aberrationen entfernen.

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Dies ist schon recht überzeugend. Allerdings ist das Ergebnis etwas sehr weichgezeichnet. Das ist typisch Photomatix und dieser Schleier gefällt nicht jedem. Nach dem Verarbeiten werden noch diverse Einstellungsparameter zugänglich und man könnte das ganz gut beheben. Somit ist Photomatix schon sehr brauchbar, verlangt aber meist doch etwas Nacharbeit. Selektive Bearbeitungsmöglichkeiten könnte man sich umfangreicher wünschen.

Vergleich mit HDR Efex Pro

Mit HDR Efex Pro möchte ich die Vergleiche abschließen. Das von Google übernommene Nik-Software-Plugin wird, bzw. wurde oft mit Lightroom oder Photoshop eingesetzt und ist keine Standalone-Software. Auch hier lade ich also die gleiche Belichtungsreihe.

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Für die Geisterbildkorrektur lässt sich das Referenzbild klicken und es sind hier 100 % nötig. Leider sind nur grobe Einstellungen in Zwanzigerschritten möglich. Eine automatische Ausrichtung wird angeboten und chromatische Aberrationen können entfernt werden. Auch lässt sich die Belichtung der Voransicht regeln. Mit einem Klick auf "HDR erstellen" geht es dann weiter.

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28 Presets stehen zur Verfügung, welche leider alle ziemlich weichgezeichnet oder auch zu grob daherkommen. Einige wenige Einstellungen zu Tonwert und Farbe werden angeboten. Zumindest können diese mit Kontrollpunkten ganz gut für selektive Anpassungen genutzt werden. Für einigermaßen gute Ergebnisse ist hier auf jeden Fall eine manuelle Anpassung notwendig. Weil sich hier nicht viel einstellen lässt, erhält man auch schnelle Resultate. Schraubt man seine Ansprüche nicht zu hoch, ist das ganz in Ordnung.

Auf der Produktseite von HDR Efex Pro ist eine Kompatibilität bis Windows 8, Photoshop CC 2014 und Lightroom 5 angegeben. Wie es scheint, kümmert sich Google seit der Übernahme von Nik-Software nicht mehr um dieses und andere Plugins. Weiterentwicklungen und Verbesserungen sind also nicht zu erwarten.

Wie ich nicht gedacht hätte, hat bei allen Vergleichen HDR Pro von Photoshop am schlechtesten abgeschnitten, wenn man mal von Lightrooms HDR-Funktion absieht, die man nicht wirklich ernst nehmen kann. Recht gut hat Photomatix abgeschnitten. Die Vergleiche gestatten jetzt eine ganz gute Beurteilung, wie demgegenüber HDR projects 4 mit seinen Features aufgestellt ist. So fällt natürlich auf, dass HDR projects 4 schon für die Fusionierung der Belichtungsreihe wesentlich mehr Einflußnahme und Kontrolle erlaubt, als die Konkurrenten.

Post Processing in HDR projects 4 professional

Nun wechsle ich also wieder in das Tonemapping-Fenster, welches ja bereits nach dem Programmstart bzw. nach der HDR-Vorbereitung schon mal geöffnet war.

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Natürlich lässt sich die gemachte Arbeit jederzeit als Projekt speichern und irgendwann später fortführen. So habe ich auch hier mein gespeichertes Projekt geladen.

hdr-projects-4-prof-eigene-voreinstellungenHier wurde nach dem Programmstart automatisch das Preset "Natürlich Ausgewogen" zugewiesen, welches natürlich keine meiner Einstellungen des von mir angelegten Presets zeigt.

Die Leiste ganz unten im Programmfenster zeigt aber diverse meiner Versuche mit meinem Preset. Es handelt sich um die Timeline, welche ich jederzeit mit neuen Varianten füllen kann. Diese werden natürlich auch in meinem Projekt mitgespeichert. So bin ich in der Lage, jederzeit frühere Bearbeitungszustände wieder aufzurufen. Dabei wird die letzte Bearbeitung dann automatisch der Timeline hinzugefügt. Ich kann also überall hinspringen, ohne die neueste Bearbeitung zu verlieren.

Jetzt wäre es möglich, eine von 136 Voreinstellungen zu wählen und ohne weitere Arbeit sofort zu nutzen. Eigentlich sind es 134 Presets, die übrigens ganz neu für diese Version optimiert wurden, aber ich hatte mir bereits zwei Vorlagen selbst erstellt, welche über die Schaltfläche "Eigene" jederzeit anwendbar sind.

Ganz neu in dieser Version mit dabei, ist übrigens das Preset "Leuchten", welches super Bilder mit Glow/Shine-Effekten erzeugt.

Mein Preset "Sonnenuntergang" habe ich mir von Grund auf neu erstellt. Wie man dabei vorgehen kann, beschreibe ich etwas weiter unten.

Zusätzlich habe ich mir ein Preset "Fusion" erstellt. Ausgangspunkt dieser Vorlage war einfach das gerade geladene Standard-Preset "Natürlich Ausgewogen". Ich habe also gar nichts eingestellt und wechselte im Fenster auf der rechten Seite oben, in den Expertenmodus.

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Hier habe ich einfach sämtliche Post-Processing-Effekte und den Tonemapping-Algorithmus deaktiviert, welche das Standard-Preset beinhaltete. Das geht übrigens ganz schnell über das Kontextmenü der rechten Maustaste. Ich erhalte so also eine simple Zusammenführung der Belichtungsreihe, ganz ohne Effekte. Also das selbe Ergebnis, wie im Fenster "Belichtungsreihe bearbeiten".

hdr-projects-4-prof-abgewaehlte-effekteWill ich also nur die reine Fusion der Reihe sofort extern weiterverarbeiten, geht das jetzt ganz schnell und ohne in ein anderes Fenster wechseln zu müssen. Ansonsten macht diese Vorgabe zugegebenermaßen wenig Sinn, zumal die Effekte ja auch immer schnell deaktiviert wären. Einen Vorher-/Nacher-Vergleich zwischen bearbeitetem und rein fusionierten Bild bekomme ich auch mit einem Klick auf die rechte Maustaste und das geht ja noch viel schneller. Auch könnte das fusionierte Bild aus dem Fenster "Belichtungsreihe bearbeiten" heraus gespeichert werden. So wird aber für diesen Bericht ganz gut ersichtlich, wie das Programm arbeitet.

hdr-projects-4-prof-belichtungsreihe-exportierenÜber das Icon " Belichtungsreihe exportieren" in der Werkzeugleiste, können die fertig gewichteten und noch nicht einem Tonemapping unterzogenen Einzelbilder der Reihe, in Photoshop geöffnet und Ebene für Ebene weiter bearbeitet werden. Das ist ziemlich genial.

Im Menü unter Extras ist auch eine Stapelverarbeitung als reine Fusion, oder inklusive Tonemapping möglich.

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Für das Ergebnis stehen diverse Formate wie TIFF 32-Bit, Radiance RGBE, Open EXR und Portable Floatmap 32-Bit zur Verfügung. Es können mehrere unterschiedliche Belichtungsreihen gleichzeitig verarbeitet werden. Es ist ja schließlich eine Stapelverarbeitung. Aber auch von einer einzigen Reihe kann so das rein fusionierte Bild ausgegeben werden. Nach diesem Vorgang muss allerdings das bisherige Projekt wieder neu geladen werden.

Bevor ich nun auf mein Preset "Sonnenuntergang" eingehe, wechsle ich nochmal zurück in den Finalisieren-Modus, denn hier gibt es einige Neuerungen zu entdecken.

Point of Interest

Um ein Bild genauestens bezüglich Bildschärfe und Rauschen zu untersuchen, war es bei den Vorgängern angebracht, vorübergehend den Vorschaumodus zu deaktivieren. Nur so war ein unverfälschtes Endergebnis zu betrachten. Systembedingt verlängert sich mit dem Abschalten der Vorschau ja auch die Berechnungszeit. Obwohl sich die Performance mit HDR projects 4 nochmals deutlich verbessert hat, haben die Entwickler für noch zügigeres Arbeiten ein tolles Feature eingebaut. Die Rede ist vom "Point of Interest".

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Damit lässt sich die Berechnung jetzt auf einen kleinen Bereich beschränken, was ja meistens für eine Beurteilung während der Bearbeitung auch völlig ausreicht. Verzögerungen sind quasi nicht mehr bemerkbar.

Es reicht ein simpler Klick auf den entsprechenden Button bei aktiviertem Vorschaumodus. Dieser Bereich ist natürlich in Größe und Position veränderbar. Die Position kann zusätzlich mit einer Pipette direkt im Bild markiert werden. So kann ich jetzt auch mit richtig umfangreichen, selbst erstellten Presets, zügig arbeiten. Ein wirklich tolles und absolut brauchbares Feature. Mit einem erneuten Klick auf den Button ist wieder alles so, wie es vorher war.

HDR Algorithmen

hdr-projects-4-prof-ultrahdrDirekt unter dem Point of Interest ist eine weitere Neuerung zu entdecken. Gemeint sind die beiden HDR-Buttons, wovon ultraHDR bis zu 30 Zwischenbilder zwischen zwei Fotos berechnet und standardmäßig aktiv ist. Es handelt sich um die integrale 64-Bit ultra HDR-Fusion, welche ein HDR-Bild mit den maximal möglichen Details erzeugt. Wer möchte, kann hier auf die bisherige direkte 32-Bit-Fusion umschalten. Das würde ich aber nicht empfehlen, da Ultra-HDR wirklich bessere Resultate gerade an kritischen Stellen wie zb. hier bei der Sonne erreicht.

Variantenbrowser

hdr-projects-4-prof-variantenbrowserDie Neuerungen nehmen kein Ende. Direkt unter den HDR-Buttons kann ein sogenanntes Szenario gewählt werden, welches Einfluss auf die Darstellung der Details hat. Dies funktioniert übrigens nur mit Ultra-HDR. Jetzt kann man hier alle Optionen einfach durchklicken. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer tollen Übersicht. Der Klick auf den Szenario-Browser startet eine kurze Berechnung, bevor sich ein neues Fenster mit allen möglichen Varianten zur optimalen Beurteilung automatisch öffnet.

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Der Wunschkandidat wird einfach doppelgeklickt, oder nichts gewählt und das Fenster wieder geschlossen. Genauso funktioniert es mit den angebotenen Algorithmen. So kann man in aller Ruhe wirklich schön vergleichen. Hier im Screenshot sind die tatsächlichen Unterschiede leider nicht so gut erkennbar.

Lichtwirkung des Tonemappings

Den intelligenten Farbraum gibt es schon seit der letzten Version. Ich habe hier Farbmedian gewählt. Dann folgen interessante Optionen für die Lichtwirkung. Hiermit können zb. sehr schattige Details und Objekte richtig gut belichtet werden.

Das mache ich mir zunutze und wähle die Dämmerung, um den Bereich mit Booten, Flaggen usw. hell genug, aber auch nicht zu hell zu bekommen.

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Hier zum Vergleich die Option "Tageslicht". Vor allem das linke gelbe Boot versinkt teilweise stark im Schatten.

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Mit der Option "Nacht" werden die Objekte noch heller.

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Natürlich wirken sich diese Optionen auch auf andere Bereiche aus, wenngleich die Verteilung sehr intelligent gelöst ist. Zur abendlichen Stimmung passt für dieses Bild die Dämmerung sehr gut. Hier werden also Tonwerte komprimiert. Damit hierdurch keine feinen Strukturen verloren gehen, können mit dem Schieberegler die Details geschützt werden. In meinem Fall ist dies nicht nötig, aber die Software-Entwickler haben anscheindend an wirklich alles gedacht.

Optimierungs-Assistent

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Wenn ich keine Lust, oder auch keine Zeit für den Expertenmodus habe, leistet der lernfähige Optimierungsassistent sehr gute Dienste. Aber auch in Verbindung mit dem Expertenmodus kann er sinnvoll genutzt werden. Dieser Assistent war bereits Teil der Vorgängerversion und findet sich auch in anderen Programmen der Projects-Reihe wieder, wie zb. Denoise Projects. An dieser Stelle möchte ich auf den Testbericht zu Denoise Projects Professional hinweisen, wo dieser Assistent genau beschrieben wird.

hdr-projects-4-prof-optimierungs-methodenMit Version 4 hat jetzt auch der Optimierungs-Assistent tolle Neuerungen erfahren. Wie schon für das weiter oben beschriebene Szenario und den Algorithmus, steht auch hier ein Vorschaubrowser zur Verfügung. Außerdem werden diverse neue Optimierungs-Methoden angeboten.

Für mein Preset nutze ich den Assistenten in diesem Fall aber nicht, obwohl das hier durchaus gut passen würde.

Selektiv Zeichnen

Bevor ich nun gleich zu den Einstellungen für mein Preset im Expertenmodus komme, muss ich unbedingt noch ein Feature erwähnen, welches sicher nicht nur mir sehr entgegen kommt, liebe ich es doch, selektiv eingreifen zu können. Schwächelt hier eine Software, werde ich mich kaum damit anfreunden können.

hdr-projects-4-prof-lokale-anpassungenSelektiv arbeiten konnte man ja auch mit den Vorgängerversionen schon sehr gut. Nach all den bisher gesehenen Features wäre es aber fast verwunderlich, wenn nicht auch hier nochmal neue und zusätzliche Möglichkeiten hinzugekommen wären. So ist wie erwartet, direkt unter dem Optimierungsassistenten, die Schaltfläche "Selektiv Zeichnen" zu finden.

Mit dem linken Icon neben der Schaltfläche, kann die Wirkung der selektiven Anpassungen auch durch den Optimierungsassistenten beeinflusst werden. Das rechte Icon deaktiviert alle Anpassungen. Durch den Klick auf die große Schaltfläche öffnet sich ein weiteres Fenster.

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Das Fenster ist recht einfach und übersichtlich aufgebaut.

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Oben befinden sich Pinsel, Radiergummi und die Füllmethoden. Der normale Füllmodus ist für großflächige Bereiche wie Himmel oder Wasser gedacht. Mit dem Werkzeug daneben nutzt man den Strahlenfüllmodus für präzise, kleinere Objekte.

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Auch die Deckkraft, Pinselgröße, Kontur und Weichheit kann hier geregelt werden.

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Rechts oben befindet sich ein Vorschaubild mit Zoommöglichkeit. Der Zoombereich kann hier frei verschoben werden.

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Darunter kann die Intensität der Maskenanzeige ebenfalls mit einem Schieberegler gesteuert werden. Es folgt der Bereich zur Maskenanwendung.

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Sieben verschiedene Methoden können hier angewendet werden.

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Alle bereits verwendeten Methoden sind mit einem farbigen Kästchen versehen. Es sind also Masken für diese Methoden vorhanden. Auf diese Weise habe ich gezielt den Strand ausgearbeitet. Maskenbereiche können in die Zwischenablage gespeichert und wieder in die aktuell ausgewählte Maske eingefügt werden. Sogar als Bilddatei kann die aktuelle Maske gespeichert werden. Das geht im TIFF, JPG, oder PNG-Format.

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So wie hier zu sehen, könnte diese Maske jetzt zb. in Photoshop geöffnet und weiter bearbeitet werden. Eine so verfeinerte Maske kann dann natürlich wieder im Selektiv-Zeichnen-Fenster von HDR projects 4 geöffnet werden. Die Maske kann invertiert und gelöscht und der jeweils letzte Bearbeitungsschritt kann rückgängig gemacht werden. Ist der Effekt zu stark, oder zu schwach, kann die Intensität mit einem Schieberegler gesteuert, oder über ein Icon auch deaktiviert werden.

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Hier ist der Strand so hell, weil eine Maske darüberliegt und entsprechend intensiv angezeigt wird. Der verwendete Pinsel ist für das Boot eigentlich viel zu groß und eventuell wäre auch der Strahlenfüllmodus besser. Jedoch wurden hier die Konturen mit 50 % eingestellt. Damit findet der Pinsel auch in dieser Größe wirklich sehr gut die Kanten und es lassen sich sehr exakte Auswahlen bzw. Masken erstellen. Natürlich würde niemand wirklich so übertrieben arbeiten, wie hier gezeigt.

Ich habe lediglich den Strand mit den Methoden Aufhellen, Farbe verstärken und Details verstärken bearbeitet. (Eine Aufhellung wäre auch mit dem HDR-Painter möglich gewesen) Eine sehr schöne neue Möglichkeit, die ich sicher oft verwenden werde. Schließlich können wie schon bei HDR projects 3, über die Schaltfläche "Kratzer-/Sensorfehler entfernen", noch alle möglichen Störungen selektiv behoben werden. Dieses Feature könnte man sogar auch noch für eine abschließende manuelle Geisterbildkorrektur einsetzen.

Eigenes Preset erstellen

hdr-projects-4-prof-tonemappingsBis hierher haben sich jetzt schon unglaublich viele Möglichkeiten geboten. Aber es geht noch sehr viel mehr mit dem bereits kurz erwähnten Experten-Modus.

Ich erachte es als sinnvoll, sich vorher ein Preset auszuwählen, welches schon ungefähr den eigenen Vorstellungen nahekommt. Mit welchen Einstellungen ein solches Preset dann arbeitet, kann im Expertenmodus ganz genau nachvollzogen werden.

Es lässt sich quasi vom Profi abschauen. Natürlich darf man aber auch bei Null anfangen, was ich gemacht habe und kurz zeigen möchte.

hdr-projects-4-prof-postprocessing-effekteIch begebe mich also mit einem Klick auf die Schaltfläche "Experte" oben rechts, in den gewünschten Modus.

Hier habe ich in HDR projects 4 professional die Wahl zwischen 11 Tonemappings, wovon Farbtreue für eine äußerst natürliche Farbwiedergabe ganz neu dabei ist. Post-Processing-Effekte werden 81 zur Verfügung gestellt. Bei der Standardversion ist das ein wenig abgespeckt.

Sinnvollerweise gibt es für die vielen Effekte eine Suchfunktion. Um zu wissen was man denn hier nehmen soll, hilft es wie gesagt, das Handbuch zu lesen. Klar, das wäre bei der kreativen Arbeit schon etwas hinderlich. Glücklicherweise wird zu jedem Tonemapping und zu jedem Effekt ein äußerst hilfreicher Tooltip angezeigt. Gerade am Anfang ist das enorm wichtig. Die Tooltips lassen sich aber auch dauerhaft deaktivieren, falls sie mit steigender Erfahrung irgendwann zu nerven beginnen.

hdr-projects-4-prof-gewaehlte-effekteMit einem simplen Doppelklick können nun Tonemappings und Effekte in das darunter befindliche Fenster befördert, weiter definiert und auch wieder gelöscht werden.

Es können auch jederzeit mehrere gleiche Tonemappings und gleiche Effekte zb. mit unterschiedlicher Deckkraft oder Ebenenmodi eingesetzt werden. Ebenenmodi oder auch Layerblend-Modi genannt, gibt es ganze 45 für jeden einzelnen Effekt. Und auch die Effekte wurden um neun weitere aufgestockt.

Für jeden Effekt und jedes Tonemapping können mehrfach selektive Masken verwendet und damit nur gewünschte Bereiche beeinflußt werden. Und damit ist nicht die hier im linken Screenshot zu sehende Maskierung ganz unten gemeint. Wurde eine Maske angewendet, ist der Effekt bzw. das Tonemapping, mit einer kleinen Markierung versehen, wie ebenfalls hier im Screenshot zu sehen ist.

Wie man sich mittlerweile schon denken kann, lassen sich diese Masken selbstverständlich ebenfalls in die Zwischenablage holen und von dort aus wieder auf andere Effekte und Tonemappings anwenden.

Hier gibt es so viele Möglichkeiten, dass einem fast schwindelig werden kann. So schlimm ist es aber nach ein paar Versuchen gar nicht. Im Gegenteil. Der Respekt weicht reiner Begeisterung über die sensationellen Freiheiten, die kein anderes Programm bisher zu bieten scheint.

Um das zu untermauern, möchte ich nun meine Vorgehensweise etwas erläutern. Zunächst sollte natürlich das passende Tonemapping gefunden werden. Natürlich habe ich hierzu die Tooltips aufmerksam gelesen. Letztlich habe ich aber doch einfach alle Varianten durchgeklickt. Im Vorschaumodus spielt das auch gar keine Rolle. Bei einer noch nahezu leeren Effektepalette, ist die Berechnung auch ohne diesen Vorschaumodus sehr schnell erledigt.

hdr-projects-4-prof-tonemapping-mittelwert-gradientFür mich war das Tonemapping Mittelwert mit einer Intensität von 60 % und Lichtkompression 40 % die richtige Wahl.

Im zweiten Schritt habe ich nochmal ein Tonemapping verwendet, aber mit einer Maske versehen. Hier erschien mir der Mittelwert-Gradient ideal, weil er Bildbereiche stark aufhellen kann.

Zunächst habe ich die Werte Intensität 80 % und Lichtkompression 85 % vergeben. Für den Maskierungsmodus habe ich dann Schatten gewählt. Damit ist die Wirkung schonmal nur auf die dunklen Bereiche gerichtet.

Nun wollte ich mit einer selektiven Maske noch gezielter für den gewünschten Wirkungsbereich dieses zweiten Tonemappings sorgen. Mit einem Klick auf das Maskensymbol öffnet sich für diesen Zweck wieder ein zusätzliches Fenster.

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Hier gibt es wieder diverse Slider für die Maskenform, Schärfe und Stärke und natürlich entsprechende Werkzeuge. Auch ist man nicht auf nur eine Maske beschränkt. Wie das alles genau funktioniert, ist in dem weiter oben erwähnten Bericht zu HDR projects 3 genau beschrieben.

Es lassen sich Formen jeglicher Größe aufziehen und füllen. Leider können die Formen nicht gedreht werden und es gibt hier keinen Pinsel. Vielleicht kommt sowas in einer folgenden Version noch, das wäre dann der absolute Hammer. Trotz einer unglaublichen Bandbreite an Features, ist man als Anwender halt nie zufrieden. Und sicher steckt auch noch jede Menge Potenzial in dieser ohnehin schon mehr als genialen und einzigartigen Software.

Genug der Kritik und Schwärmerei an dieser Stelle. Hier zunächst das Bild ohne zweites maskiertes Tonemapping.

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Zum Vergleich das gleiche Bild mit dem Mittelwert Gradienten.

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Obwohl die Maskierung gar nicht so extrem genau ist, hat das so sehr gut geklappt. Der gewünschte rechte, mittlere Bereich, ist sehr gut zu sehen und fällt nicht mehr zu sehr in den Tiefen ab.

Nun ging meine Überlegung dahin, das Bild etwas spektakulärer wirken zu lassen. Da kam mir der Effekt "Detail-Verstärker" sehr gelegen. Verwendet habe ich die Werte Radius 297px, Makrodetails 80 % und Mikrodetails 2 %. Bei diesem Effekt muss man wirklich vorsichtig sein. Sehr schnell können sonst Tonwertabrisse bzw. Artefakte entstehen, was aber natürlich auch wieder vom verwendeten Bildmaterial abhängt. Trotzdem wollte ich es richtig knallen lassen. Also habe ich gefährdete bzw. betroffene Bereiche einfach ausmaskiert, wie folgendes Bild zeigt.

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Jeder dieser Punkte stellt einen Maskenbereich dar. In den hellen Bereichen wirkt der Effekt mehr, in den dunklen Bereichen weniger bzw. nicht. Damit bin ich bei folgendem Ergebnis.

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Noch spektakulärer und mit mehr Bildtiefe, wird es mit dem lokalen Kontrastausgleich. Hier waren die Werte für Radius 95px und Stärke 123 % in Verbindung mit dem Maskierungsmodus "Extreme schützen" ideal. Hier das Resultat.

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So geht das Foto mit jedem Schritt etwas weiter in die gewünschte Richtung. Blut geleckt, wollte ich jetzt natürlich noch mehr. Die Wolken sollten richtig knackig werden. Also einfach nochmal den lokalen Kontrast-Ausgleich bemühen. Das war dann für den Rest des Bildes zuviel. Aber egal, ich maskierte einfach alles bis auf den Himmel. Natürlich habe ich eine invertierte Maske für den Himmel erstellt. Radius 101px und Stärke 101 % und Maskierungsmodus "Extreme schützen", schon war es vollbracht und passte. Eigentlich sollten die Werte 100 betragen, aber mit der Maus kriegt man das nicht immer so genau hin. Die Werte lassen sich auch mit der Tastatur eintragen. Aber ein Pixel oder ein Prozent, das spielt wirklich keine Rolle und ich erwähne das nur, damit sich hier keiner wundert über meine kuriosen Werte.

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Für eine bessere Verteilung der Helligkeiten habe ich dann den Histogramm-Abgleich mit einer Stärke von 35 % bemüht. Auch das bringt nochmal eine tolle Wirkung.

Weiter ging es mit einer maskierten Farbton-Sättigung-Belichtung mit Farbton 15 Grad, Sättigung -50 % und Belichtung 0 %. Damit habe ich den rechten Bereich mit den Booten und Bäumen farblich heller angepasst.

hdr-projects-4-prof-farbtemperaturIrgendwie hätte es mir besser gefallen, wenn der mittlere Streifen im Bild auf Sonnenhöhe, noch farblich intensiver und wärmer gewesen wäre. Mir fiel nichts besseres ein, als hier einfach selektiv den Weißabgleich zu ändern, was ich mit dem Effekt "Farbtemperatur", einer Temperatur von 11989 Kelvin und dem Maskierungsmodus "Extreme schützen" verwirklichen konnte. Außerdem habe ich hier den Ebenen-Modus "Abdunkeln" bei einer Deckkraft von 50 % genutzt.

Naja, es ist alles erlaubt, was zum Erfolg führt. Übrigens kann für jeden Effekt ein Player über das kleine Pfeil-Symbol auf der linken Seite abgespielt werden, der dann verschiedene Werte durchläuft. Mit Druck auf die ESC-Taste kann angehalten und auf diese Weise der passende Wert visuell ermittelt werden. Das ging jedoch auch schon mit dem Vorgänger.

Im nächsten Schritt sollte das Bild insgesamt doch noch etwas aufgehellt werden. Das habe ich mit der dynamischen Helligkeit und einem Wert von 20 % gemacht. Für einen gewissen Glanz sorgte dann die Farbleuchtkraft im Modus Linear abwedeln bei 20 % Deckkraft und einer Stärke von 0 %.

Auch ungewöhnliche Konstellationen bringen immer wieder interessante und vor allem brauchbare Resultate. Es lohnt sich also, zu experimentieren. Der Lohn sind ganz eigene Ergebnisse, die so bestimmt kein zweites Mal irgendwo zu sehen sind.

Nachdem die Helligkeiten jetzt schon ganz gut verteilt waren, musste unbedingt noch mehr Kontrast in das Bild. Das habe ich mit Helligkeit-Kontrast-Gamma gemacht. Hier waren die Werte Helligkeit 0 %, Kontrast 10 % und Gamma Korrektur -10 %. Den gleichen Effekt habe ich nochmal verwendet und diesmal maskiert, um nur die Wolken nochmal zu verstärken. Hier mit den Werten Helligkeit 22 %, Kontrast 35 % und Gamma Korrektur -10 %. So knallen die Wolken richtig schön hell bei dennoch gut ausgebildetem Kontrast.

Dann kam der Helligkeitsverlauf mit Helligkeit -20 % und Weichheit 10 % zum Einsatz, welcher das gesamte Bild nochmal deutlich interessanter machte. Schließlich habe ich den Effekt "Schärfen - fein" mit 50 % Stärke eingestellt und dann "Entrauschen - glätten" mit 80px Radius und 20 % Schärfe folgen lassen. Zum Schluss wurde noch ein leichtes "Entrauschen - Banding" mit 20 % Intensität eingesetzt.

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Jetzt hatte ich ein Bild ohne Tonwertabrisse, ohne Rauschen, ohne irgendwelche Flecken und das trotz sehr intensiver Malträtierung durch gleich zwei Tonemappings und ganzen sechzehn Effekten.

Wie man hier sieht, können mit unterschiedlichen Methoden ganz ähnliche Resultate erzielt werden. Diverse Effekte und Tonemappings lassen sich zweckentfremden bzw. unkonventionell und sehr kreativ einsetzen. Wie gesagt, erlaubt ist alles. Zb. kann es oft von Vorteil sein, noch vor dem ersten Tonemapping, einen Entrauschen-Filter, oder auch einen Kontrast-Filter usw. zu nutzen. Ebenso kann die Reihenfolge der Effekte und Tonemappings einfach mit der Maus verschoben werden. Auch das bringt andere Resultate. Hier muss man mit der Zeit einfach seinen eigenen Stil entwickeln. So gesehen könnte man für ein ähnliches, wie das hier gezeigte Ergebnis, auch ganz anders vorgehen. Trotzdem wird es mehr oder weniger immer einzigartig sein.

Nachdem nun einiges an Arbeit vollbracht wurde um zu diesem fertigen Bild zu kommen, bietet es sich an, diese Arbeitsschritte als eigene Vorlage zu speichern. Das eigene Preset kann dann immer wieder für neue Projekte benutzt werden.

Ich würde auch die maskierten Effekte und Tonemappings mitspeichern. Diese und vor allem ihre Maske, lassen sich bei Bedarf ja leicht verändern oder ganz deaktiveren. So weiß ich auch in einem Jahr zumindest ungefähr noch, was ich hier bezwecken wollte. Zb. gezielt Wolken aufhellen, wenn sich die Maske im oberen Bildteil befindet und das Preset die Bezeichnung "Sonnenuntergang" trägt.

hdr-projects-4-prof-preset-aktivEin eigenes Preset abzuspeichern ist denkbar einfach. In HDR projects ist immer das zuletzt gewählte Preset aktiv, was man an der grünen Umrandung erkennt. Das ist auch nach dem erneuten Einladen eines Projektes so.

Diese Vorlage nimmt stets die laufende Bearbeitung auf und behält sie, solange nicht ein anderes Preset aktiviert wird, speichert sie aber nicht dauerhaft ab. Und die Vorlage kann jederzeit zurückgesetzt werden.

Damit nun die dauerhafte Speicherung klappt, wird mit dem Pluszeichen einfach eine Kopie erstellt.

hdr-projects-4-prof-voreinstellung-kopierenDie Kopie kann nun ganz nach Wunsch benannt werden und ist fortan in den Voreinstellungen in der Kategorie "Eigene" zu finden, von wo sie natürlich auch wieder entfernt werden könnte.

Laut Produktbeschreibung soll man mit der neuen Version ein eigenes Preset auch in eine andere Kategorie speichern können. Dieses Feature konnte ich jedoch beim besten Willen nicht entdecken.

In der Kategorie "Eigene" kann auch ein selbstdefinierter Suchfilter genutzt werden, um das Preset schnell wiederzufinden. Solch ein Suchbegriff ist bei den mitgelieferten Vorlagen bereits definiert.

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Das Preset kann nun beliebig umbenannt werden. Es kann gelöscht, oder nochmals dupliziert werden.

hdr-projects-4-prof-eigener-schnappschussNach weiteren Bearbeitungsschritten kann die Voreinstellung durch Überschreiben auf den aktuellen Stand gesetzt, oder auf den zuletzt gespeicherten Stand zurückgesetzt werden. Und jede Vorlage kann auch als Favorit gekennzeichnet werden.

Es ist außerdem möglich, Presets zu importieren und zu exportieren. Einem Austausch von Vorlagen unter Freunden steht damit nichts mehr im Wege.

hdr-projects-4-prof-preset-kombinierenEine spannende Sache ist die mögliche Kombination unterschiedlicher Presets. Wird der hier gezeigte Button geklickt, öffnet sich ein neues Fenster.

hdr-projects-4-prof-voreinstellungen-kombinieren

Auf beiden Seiten kann aus allen vorhandenen Presets, inklusive der eigenen, gewählt werden. Damit lassen sich ganz spannende Sachen machen, wie dieses vielleicht etwas extreme Beispiel zeigt. Mit dem Klick auf "Kombinieren" öffnet sich wieder ein Dialog für die Namensvergabe. Nach der Bestätigung befindet sich das neue kombinierte Preset in der Kategorie "Eigene". Das macht wirklich Spaß.

HTML Galerie erzeugen

hdr-projects-4-prof-html-galerie-erzeugenEbenfalls nützlich ist die Erzeugung einer HTML-Galerie aus einer beliebigen Preset-Kategorie. Hier öffnet sich nach dem Betätigen der Schaltfläche der Dateibrowser des Betriebssystems. Hier wird nun ein Ordner für die Galerie ausgewählt und das Fenster bestätigt.

Eigentlich wollte ich einen Screenshot von der Berechnung machen. Aber keine Chance. Das ging viel zu schnell. Sogleich öffnet sich auch schon der Standard-Browser und zeigt die Galerie an.

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Hier sind es nur die fünf Bilder aus meiner eigenen Kategorie. Es kann aber auch so aussehen:

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So habe nicht nur ich einen sehr guten Vergleich. Natürlich kann ich diese Galerie auch an Personen weitergeben und im Internet veröffentlichen. Im vorher angegebenen Ordner befindet sich die HTML-Datei und ein Ordner "images" mit einem Unterordner und den generierten Bildern.

Bei entsprechenden HTML-Kenntnissen kann die Ansicht dann nach Wunsch verändert werden. Weil die Bilder schön durchnummeriert sind, könnte man sie auch gut mit JavaScript oder einem Framework wie jQuery usw. schnell weiterverarbeiten. Belässt man es wie es ist, wird das jeweilige Bild mit Mausklick auf Fensterbreite gebracht. Ist das Bild noch größer als das genutzte Browser-Fenster, kann es weiter auf 100 % gezoomt werden, wobei es natürlich nicht die Original-Auflösung hat. Es handelt sich um JPG´s für das Web optimiert. Zurück geht es einfach mit der Rücktaste des Browsers.

Das waren nur einige der Übersichtsmöglichkeiten, wie schon die weiter oben angesprochenen Verrechnungs-Browser. Es gibt aber über die obere Werkzeugleiste noch mehr.

Verlaufsbrowser

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Hier ist der Verlaufsbrowser zu sehen, mit dem man die Wahl zwischen bereits verwendeten Bildern und Projekten hat, die angezeigt werden sollen. Mit einem Slider oder der Maus können diese Bilder wie ein Karussell bewegt werden. Mit der Schaltfläche "Präsentation" geht das auch automatisch. Auf der rechten Seite kann der Zeitraum des Verlaufs bestimmt werden. Und die Verläufe können gelöscht werden. Richtig interessant wird das natürlich dann, wenn bereits viele Bilder und Projekte vorhanden sind. Mit einem Doppelklick wird der gewünschte Inhalt dann geladen.

Timeline

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Eine weitere Möglichkeit zur Übersicht ist die im unteren Bereich des Programmfensters befindliche und bereits weiter oben kurz angesprochene Timeline. Wird mit der Maus darübergefahren, erscheinen große Vorschaubilder zum Vergleich. Diese Timeline hat aber eigentlich nicht den Zweck der reinen Übersicht. Die Zeitleiste zeigt Sicherungspunkte an, welche den momentanen Bearbeitungsstand zum Zeitpunkt des Speicherns widergeben.

hdr-projects-4-prof-undo-iconEs ist absolut sinnvoll, von Zeit zu Zeit immer mal einen solchen Undo-Punkt über das entsprechende Icon in der oberen Werkzeugleiste anzulegen. So kann jederzeit zu einer früheren Bearbeitungsstufe zurückgegangen werden. Geht man zurück, wird automatisch ein Sicherungspunkt des momentanen Bearbeitungsstands angelegt. Die Sicherungspunkte werden mit dem Projekt gespeichert, so geht nichts verloren. Nicht mehr benötigte Punkte lassen sich natürlich jederzeit löschen. Das ist gut so, denn sie verbrauchen auch Speicherplatz.

Wie die beiden Seitenleisten, kann auch die Timeline abgedockt und frei verschoben werden. Dazu wird einfach an der oberen Beschriftungsleiste gezogen. Mit einem Doppelklick auf diese Leiste wird wieder angedockt. Zusätzlich kann die Zeitleiste, wie diverse andere Bereiche auch, ganz ausgeblendet werden. Das ist zb. praktisch für die Nutzung eines zweiten Monitors.

Bildsequenzplayer

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Mit dem Bildsequenzplayer werden die von HDR projects 4 verwendeten Einzelbilder, inklusive verwendeter Gewichtung, in jede gewünschte Richtung automatisch, oder manuell abgespielt. Damit lässt sich gut verifizieren, was das Programm gemacht hat und gegebenenfalls die Gewichtung manuell noch weiter optimieren. Ich würde den Player als praktisches Überprüfungstool bezeichnen.

Panorama-Ansicht

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Sehr cool ist die Panorama-Ansicht. Sie erlaubt Mausbewegungen in alle Richtungen und ist für die Ansicht von 360 Grad Panoramen ausgelegt. Über die Automatik läuft eine ungleichmäßige Bewegung über dem Bild ab, welche selbst bei normalen Aufnahmen einen räumlichen Eindruck schafft. Für herkömmliche Fotos ist das natürlich nur Spielerei, aber ganz witzig.

Dann gibt es noch die Vergleichsansicht, welche ich so genial und umfangreich bisher nur von den Franzis-Programmen kenne. Diese, das Histogramm, die Lupe, das EXIF-Informationsfenster, die hochwertige Darstellung, die Grenzpixelanzeige, wurden bereits in dem erwähnten Bericht zu HDR Projects 3 ausführlich beschrieben.

Bildzuschnitt

hdr-projects-4-prof-bildschnitt-iconDas Fenster für den Bildzuschnitt öffnet sich entweder wenn das Bild mit dem Icon "Ergebnisbild speichern" gesichert wird, oder man startet es über das Icon "Bilddaten zuschneiden" in der Werkzeugleiste.

hdr-projects-4-prof-bilddaten-zuschnitt

Was Hilfslinien betrifft, ist HDR projects hier ganz hervorragend aufgestellt. Weder die goldene Spirale, der goldene Schnitt, noch die Drittelregel fehlen im Beschnittfenster. Die Hilfslinien können außerdem horizontal und vertikal gespiegelt werden. Neu in Version 4 hinzugekommen sind 71 Formatvorlagen.

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So ist schnell ein Seitenverhältnis von zb. 16 zu 9 für TV, oder 15 x 10 Fotoformat und viele weitere eingestellt. Und natürlich lässt sich das Seitenverhältnis auch ganz nach Belieben selbst festlegen. Das sind kleine, aber überaus nützliche Neuerungen. Fehlt eigentlich nur noch die Änderung im Original-Format. Also gleiches Format mit anderem Bildausschnitt. Vielleicht kommt das ja noch.

Neue Belichtungsreihe ausschließlich mit HDR projects 4 professional

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Zum Abschluß starte ich nochmal ein ganz neues Projekt. Diesmal nicht mit nur vier, sondern mit sechs Einzelbildern und die Bearbeitung erfolgt jetzt ausschließlich mit HDR projects 4 professional. Dazu ziehe ich die Belichtungsreihe einfach mit der Maus aus meinem Bildverwaltungsprogramm in das Programmfenster von HDR projects 4 professional. Vorher habe ich die RAW-Dateien in das TIFF-Format umgewandelt und diesmal den Farbraum AdobeRGB zugewiesen.

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Nun erscheint wieder das Fenster HDR-Vorbereitung. Hier belasse ich einfach die Einstellungen, wie bei der letzten Belichtungsreihe und passe später noch an. Jetzt im Postprocessing-Fenster sehe ich wieder ein fertiges Bild.

hdr-projects-4-prof-raw-iconDiesmal habe ich Bilder mit ISO 400 genommen, was sich auch wegen der Aufnahmesituation mit leichtem Rauschen bemerkbar macht. Aber das macht gar nichts. Jetzt geht es ohnehin zuerst in den RAW-Konverter.

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Die anpassbaren Gitterlinien helfen mir nun für die notwendige Korrektur.

hdr-projects-4-prof-raw-ausrichtung

Eine leichte Drehung und eine Linsenkorrektur waren schon notwendig. Um ehrlich zu sein, lässt sich das in Lightroom oder zb. Capture One etwas besser und oft automatisch regeln. Den Weißabgleich belasse ich auf 5700 Kelvin. Nun wird die Belichtung korrigiert. Leider habe ich hier keine Belichtungswarnung. Ich beurteile also nach Augenmaß, was hier nicht sonderlich schwer ist. Es ist keine Korrektur nötig. Schärfen möchte ich auch nicht, aber entrauschen. Dazu schalte ich natürlich den Vorschaumodus ab und zoome auf 100 %.

Ich aktiviere in diesem Fall ein dunkles Bild, weil hier das Rauschen stärker zu sehen ist. Für manche Methoden wie zb. Hotpixel, können hellere Bilder wieder besser sein. Ansonsten ist die mittlere Belichtung immer eine gute Wahl. Den Qualitätsregler belasse ich vorerst auf 3.

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Je höher dieser ist, desto länger dauert die Berechnung. Der Konverter arbeitet sehr genau, allerdings benötigt man schon etwas Geduld. Am Ende stelle ich die Qualität auf volle 10 und gehe mit allen Werten wieder deutlich nach unten. Hier hilft natürlich auch wieder Erfahrung. Damit bin ich durch und verlasse den RAW-Konverter. Beim Verlassen werde ich gefragt, ob die Einstellungen für mein Profil gespeichert werden sollen. Das mache ich und kann es künftig zb. immer für ISO 400 Reihen schnell anwenden.

Nun werden die Bilder entwickelt, was doch etwas Zeit braucht. Das Ergebnis ist aber tatsächlich sehr gut. Für die Entrauschung und auch für eine Schärfung, würde ich auf jeden Fall immer den Konverter von HDR projects 4, dem Adobe Produkt Lightroom vorziehen. Ansonsten spricht nichts gegen eine Vorab-Bearbeitung mit einem anderen RAW-Konverter und nachträglichen Anpassungen mit dem Konverter von HDR projects 4, was ja in jedem Bearbeitungsstand jederzeit möglich ist.

In meinem Workflow starte ich immer mit der zur Kamera passenden kostenlosen Software Canon Digital Photo Professional 4 und gebe dann weiter an Capture One 8 Pro. Das bringt für meine Kamera die besten Ergebnisse und eine perfekte Objektivkorrektur. Für eine Top-Qualität ist unabhängig von der Kamera, übrigens auch das Silkypix Developer Studio 6 sehr zu empfehlen. Ein Bericht dazu ist unter "HighEnd RAW-Konverter" zu finden. Passend zu dieser Software empfehle ich die gut bebilderte und umfangreiche Buchvorstellung "RAW PICS - Das Buch zu SILKYPIX - Rezension".

Wenn ich nun ein Preset wähle, welches viele Details hervorbringt, treten bei Belichtungsreihen manchmal Hotpixel-Störungen auf. Dann gehe ich einfach nochmal zurück in den Konverter und schiebe den Hotpixel-Regler weiter nach rechts. Dabei muss nicht alles verschwinden und das Bild damit vielleicht zu verwaschen werden, ich kann ja den Effekt noch im Postprocessing sehr detailliert anpassen.

Jetzt folgen die hier bereits ausführlich beschriebenen Definitionen für die Gewichtung, Fusion, Geisterbilder usw. Für das nachfolgende Ergebnis habe ich diesmal den Optimierungsassistenten aktiviert und das Preset "Leuchten Tiefe" aus der neuen Kategorie "Leuchten" gewählt. Expertenanpassungen habe ich nicht vorgenommen.

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In wenigen Schritten wird ein Resultat generiert, welches keine Bildfehler, Rauschen usw. aufweist. Man könnte das Gefühl haben, sechs Einzelbilder sind doch besser, als 3. Auf der anderen Seite weist diese Reihe aber nicht so extreme Lichtsituationen auf, wie beim ersten Beispiel mit dem Sonnenuntergang. Natürlich können aus größeren Belichtungsreihen mehr Informationen gezogen und eine noch filigranere Gewichtung erzeugt werden. Aber auch mit drei Einzelbildern sind beste Ergebnisse zu erreichen. Und genau das kommt jetzt.

Belichtungsreihe Wiese und HDR Painter

hdr-projects-4-prof-belichtungsreihe-wiese

Für diese Aufnahmen aus meiner schönen Heimat mit jeweils 2 Blenden Unterschied, habe ich mich in Bodennähe begeben. Fotografiert habe ich ohne Stativ und bei Wind.

hdr-projects-4-prof-fusion-geisterbilderNatürlich haben sich die Wolken bewegt. Problematischer aber waren die tanzenden Pflanzenstengel. Ich wusste schon im Voraus, dass die Geisterbildkorrektur schwierig werden könnte.

Auch hier habe ich im Vorfeld die Bilder so perfekt wie mir möglich, entrauscht und geschärft, die Belichtung auf Grenzwerte hin optimiert und natürlich eine Objektivkorrektur vorgenommen. Beschnitten habe ich nicht. Das mache ich am Ende mit HDR projects.

Diesmal wähle ich für die Gewichte die Luminanz-Kongruenz und für die Fusion die quadrische Luminanz bei scharfer HDR-Glättung von 10 % und einer vollen Halo-Anpassung von 100 %. Bei der Geisterbildkorrektur entscheide ich mich für eine Intensität von 150 % und eine Schärfe von 70 %. Dazu die Detail-Prognose "Architektur".

hdr-projects-4-prof-hdr-gewichtungMit dieser Detail-Prognose machen wie schon erwartet, die Pflanzenstengel noch reichlich Ärger. Auf jedem Einzelbild haben sie eine andere Position. Mit der Detail-Prognose "Sport" verschwindet tatsächlich auch dieses hartnäckige Problem.

Allerdings hat HDR projects 4 jetzt das hellste Bild komplett maskiert, also völlig ausgeblendet. Ich wollte aber gerade aus diesem Bild die Helligkeit der Blumenstengel zumindest teilweise einfließen lassen.

Somit bleibt mir nach der Wahl der richtigen Detail-Prognose und den anderen Optionen nichts anderes übrig, als den HDR-Painter zu bemühen und die Gewichtung für meine Wünsche selbst zu optimieren.

Ich habe mich also mit den automatischen Algorithmen der Software so nahe wie möglich an die gewünschte Licht- und Farbverteilung, sowie an die bestmögliche Geisterbildkorrektur herangetastet und muss schließlich noch selbst eingreifen. Mit anderer Software wäre dies undenkbar. Das sind einfach gewaltige Möglichkeiten.

Den HDR-Painter starte ich über das Pinsel-Icon. Damit bekommen die Masken jetzt jeweils eine Farbe zugewiesen. Diese wird vor der Arbeit mit Pinsel, Radierer usw. im Painter aktiviert.

hdr-projects-4-prof-hdrpainter-werkzeugleiste

Es können also schnell die unterschiedlichen Masken für die Gewichtung angesprochen und bearbeitet werden.

Wenn ich den Pinsel zusammen mit dem Stanzwerkzeug verwende, werden die Objekte im gemalten Bereich der aktiven Maske verstärkt und gleichzeitig in den anderen Masken verringert. Wird danach mit dem Weichzeichnen-Werkzeug etwas nachgearbeitet, sind die Bereiche nicht mehr als Bearbeitet erkennbar. Mit dem Radierer lassen sich zu stark gemalte Bereiche wieder zurücknehmen. Im Handbuch ist der Umgang mit dem Painter gut erklärt. Dort wird übrigens empfohlen, mit den Werkzeugen zu tupfen. Ich komme mit Wischen auch ganz gut klar. Etwas Übung erfordert die Arbeit hier aber schon.

Manchmal kann das Ergebnis auch besser bzw. unauffälliger sein, wenn der Stanzmodus nicht genutzt wird. Dann ist ein mehrfacher Wechsel zu den anderen Masken meistens angesagt. Aber das geht über die Farben ja sehr leicht und schnell. Ich stanze quasi selber und damit noch filigraner. Ich habe hier alle drei Masken korrigiert und mein Ziel vollends erreicht. Man muss einfach einige Male mit dem Painter gearbeitet haben, dann gelingt es recht gut.

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Hat man sich total verzettelt, lässt man die Geisterbildkorrektur einfach neu berechnen und beginnt von vorne. Auch können die Gewichte auf einen Ausgangswert zurückgesetzt werden. Das könnte Sinn machen, wenn man die Gewichtung von Grund auf komplett selbst gestalten will, oder anders zu überhaupt keinem befriedigenden Ergebnis kommt, was mir allerdings noch nie passiert ist.

Nachfolgendes Bild zeigt eingezoomt die Problembereiche vor der Bearbeitung.

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Zum Vergleich ebenfalls eingezoomt, das optimierte Ergebnis.

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In kleinerer Auflösung würde sowieso gar nichts mehr auffallen. Aber hier ist es auch in voller Auflösung perfekt. Und sollte es mal gar nicht klappen, kann auch noch im Postprocessing-Fenster im Bereich "Korrekturen", das Feature zur Entfernung von Kratzern und Sensorfehlern zum Einsatz kommen. Schöpft man alle Möglichkeiten von HDR projects 4 professional aus, ist der Wechsel in eine andere Software zumindest für Korrekturen und Fehlerbereinigungen absolut unnötig.

Wird die automatische Geisterbildkorrektur deaktiviert und wieder aktiviert, sind die selbst gezeichneten Bereiche übrigens auf alle Zeit verschwunden. Hier empfiehlt es sich unbedingt, vorher einen Undo-Punkt anzulegen und das Projekt zu speichern.

Auch bei diesem Bild nutze ich nicht den Expertenmodus. Für den intelligenten Farbraum (SCA-Verfahren) stelle ich für maximale Farbdetails "Supersampling" ein. Die Lichtwirkung bleibt auf Tageslicht. Wie meistens, wähle ich auch hier "Optimierung: natürlich" für den Optimierungsassistenten und lasse diesen einfach machen, ohne einzugreifen. Dann wähle ich aus der neuen Kategorie "Leuchten" das Preset "Rainy Day". So sieht es dann aus.

hdr-projects-4-prof-wiese-rainyday

Ich hatte vorher schonmal das Preset "Landschaften Konturen" probiert und das gefällt mir noch besser. Um schnell dorhin zu gelangen nutze ich diesmal einfach die Zeitleiste.

hdr-projects-4-prof-wiese-landschaft-konturen

Hier habe ich jetzt trotz Tonemapping richtig gute Details in den Blumen, wie die Hundertprozent-Ansicht unterhalb und natürlich ohne Vorschaumodus zeigt. Je nach beabsichtigter Endauflösung und Ausschnitt, könnte man hier sogar noch etwas die Schärfung herausnehmen.

hdr-projects-4-prof-wiese-blumendetails

Zugunsten vieler Tonemappings anderer Programme, müssen häufig Opfer gebracht werden, welche ehemals feine Strukturen nicht einmal mehr erahnen lassen. Bei HDR projects 4 brauche ich mir über derartige Probleme offensichtlich keine Gedanken zu machen.

Etwas dramatischer, aber in den Wolken wohl doch zu dunkel, sieht das Bild mit dem Preset "Farbtreue ND-Verlaufsfilter" aus.

hdr-projects-4-prof-wiese-nd-verlaufsfilter

Und weil es so schön ist, hier nochmal mit der Voreinstellung "Künstlerisch Altes Foto".

hdr-projects-4-prof-wiese-altes-foto

Es gibt wirklich unzählige Möglichkeiten und alles lässt sich bis ins kleinste Detail noch anpassen. Hut ab und großes Lob an Franzis und die Entwickler.

HDR aus Einzelbild

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Toll, aber was mache ich, wenn ich die schönen Presets auf ein einzelnes Foto anwenden möchte? Na das sollte ja kein Problem darstellen für HDR projects. Ich lade mir also ein bereits fertig entwickeltes und als TIFF gespeichertes Foto aus Bad Tölz in das Programm. In der HDR-Vorbereitung deaktiviere ich natürlich alles.

Ich wechsle in das Fusions-Fenster und bemerke zwei zusätzliche synthetische Bilder bei gleichmäßiger HDR-Gewichtung. Das erzeugt ein sehr kontrastreiches Ergebnis.

hdr-projects-4-prof-einzelbild-kontraststark

Jetzt habe ich natürlich wieder die üblichen Möglichkeiten, die Gewichte und die Fusion einzustellen. Hier gefällt mir wie so oft, die Luminanz-Kongruenz und diesmal die Entropie mit keiner Glättung. Mehr brauche ich hier nicht einzustellen. Geisterbilder kann es ja nicht geben.

Mit dem automatisch ausgewählten Preset "Natürlich Ausgewogen" wird mir folgendes Resultat geboten.

hdr-projects-4-prof-einzelbild-natuerlich-ausgewogen

Eigentlich schon perfekt. Für eine noch schönere Stimmung ändere ich den Algorithmus auf "Farbschärfe", das SCA-Verfahren stelle ich auf Supersampling. Um den richtigen Modus für den Optimierungsassistenten zu finden, nutze ich den neuen Browser und entscheide mich für Intensiv.

hdr-projects-4-prof-einzelbild-natuerlich-ausgewogen-farbe-scharf

Das ist schon fast zu intensiv, aber hat was. Meinen Favoriten finde ich schließlich in der Kategorie "Architektur" und wähle dort "Aufgehellt Details".

hdr-projects-4-prof-einzelbild-architektur-aufgehellt-details

Das kommt einem typischen HDR-Look ziemlich nahe, wie ich finde. Nicht jeder mag das, aber ich finde es toll, zumal es auch nicht zu übertrieben leuchtet. Auf jeden Fall lohnt es sich, mit HDR projects 4 auch ein Einzelbild in ein Pseudo-HDR zu verwandeln. Intelligent verteilte Farben und Lichter ohne großes Zutun und damit ein sensationelles Resultat, sind der Lohn.

Hier sieht man es wohl nicht so genau, aber in der vollen Auflösung hat der Algorithmus tatsächlich etwas zu stark gearbeitet. Ich werde dieses Preset beibehalten, aber im Expertenmodus etwas runterregeln und anpassen. Wie sowas schnell erledigt ist, wurde ja bereits weiter oben beschrieben, weshalb es das soweit gewesen sein soll.

Wie man sieht, ist HDR projects 4 eine sehr umfangreiche und wirklich geniale Software, mit der nichts unmöglich scheint. So komplex das Programm ist, so steil ist auch die Lernkurve, zumindest wenn man alles herausholen will. Trotzdem sind schnelle und richtig schöne Ergebnisse glücklicherweise ebenso möglich.

Abschließend hoffe ich, hier möglichst die richtigen Aspekte aufgegriffen zu haben, welche allen Anwendern auch wirklich etwas bringen. Sei es die Kaufentscheidung, oder der Umgang mit der Software. Ich bedanke mich bei allen, die diesen langen Bericht bis hierher gelesen haben und wünsche gutes Gelingen.

Hier nochmal der Link zu den Produktseiten, wo es auch kostenlose Demoversionen gibt.

Seite zu den Projects-Programmen.

Über konstruktive Kommentare und Fragen, Erfahrungen, oder sonstigem Austausch zu dieser genialen Software, freue ich mich immer.

Fazit!

aha-empfehlung-hdrprojects4-proIn jeder Hinsicht ist HDR projects 4 professional eine gewaltige Software, welche unübertroffen und zurecht an der Spitze aller High Dynamik Range Programme rangiert. Mit der aktuellen Version hat man den bereits beträchtlichen Vorsprung gegenüber Konkurrenten nochmal deutlich ausgebaut. Es gibt tatsächlich nichts, was nicht geht. Neue Features machen den Workflow mit der sehr umfangreichen Software einfacher und effizienter und die Performance ist nicht nur gefühlt, nochmal besser geworden. Für Profis gibt es keine wirkliche Alternative zu HDR projects 4 professional. Trotzdem kommen auch Hobbyanwender schnell zu sehr guten Resultaten. Ein schwieriger Spagat, der den Entwicklern hervorragend gelungen ist. Hut ab und absolute Top-Empfehlung für dieses deutsche Qualitätsprodukt.

Achtung Update!!!

Inzwischen wurde auch ein sehr umfangreicher Testbericht zum brandneuen HDR projects 5 professional hier veröffentlicht, welcher ganz genau auf absolut alle Neuerungen eingeht und diverse Beispiele zeigt.

HDR projects 5 professional ausprobiert!

Wie üblich, gibt es weitere Informationen inklusive Demo-Videos, eine Kaufmöglichkeit auf CD oder als Download und auch eine kostenfreie Demoversion auf der Produktseite zu HDR projects 5.

Wer bereits die Vorgängerversion gekauft hat, kann vom noch günstigeren Upgrade-Preis profitieren, welcher 69 Euro beträgt.

Und auch zur umfangreicheren Profi-Version mit der Bezeichnung HDR projects 5 professional gibt es neben der Kaufmöglichkeit eine Demo zum herunterladen. 

Kommentare  

 
#2 Treiber ProblemGerhard 2016-03-17 05:33
zitiere Greg:
Hallo Foto-Gemeinde,
auf meinem nigelnagelneuen iMac stürzt die Software generell ab und der Support von Franzis ganz auch nicht helfen - Fazit: MIST.

Hallo Greg, eventuell liegt das an der GPU-Unterstützu ng. Es wird also auch die Leistung der Grafikkarte zur Berechnung genutzt. Durch Treiber-Fehler kann es zu Abstürzen kommen. In diesem Fall kann man zumindest unter Windows die OpenCLCheck.exe im Programmverzeic hnis von HDR Projects umbenennen oder löschen. Vielleicht klappt das ja auch auf dem Mac mit ähnlicher Datei, auch wenn dort wohl keine EXE zu finden ist. Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen, ob es geklappt hat. Man kennt das Problem bei Franzis und wird das sicher noch patchen. Nach meiner Erfahrung läuft das Programm auch ohne GPU-Unterstützu ng sehr gut. Ansonsten würde wohl auch ein älterer Grafikkarten-Tr eiber helfen. Solche Treiberprobleme gibt es leider ebenso mit vielen anderen Programmen.

Gruß Gerhard
 
 
#1 HDR 4 Prof.Greg 2016-03-16 16:39
Hallo Foto-Gemeinde,
auf meinem nigelnagelneuen iMac stürzt die Software generell ab und der Support von Franzis ganz auch nicht helfen - Fazit: MIST.
 

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